Kirche St. Michael (Passau-Altstadt)
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Die Kirche St. Michael (auch Studienkirche oder Jesuitenkirche) in der Passauer Altstadt wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet und war die Kirche des ehemaligen Passauer Jesuitenkollegs. Sie ist heute eine Nebenkirche der Dompfarrei und außerdem die Studienkirche des Gymnasiums Leopoldinum. Die Kirche steht heute im Besitz des Freistaates Bayern.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Baugeschichte
Die ursprüngliche, bereits 1612 an dieser Stelle errichtete Kirche wurde beim Stadtbrand von 1662 ein Opfer der Flammen. Erst 1677 wurde von Pietro Francesco Carlone die Kirchenanlage – ein einschiffiger Barockbau mit den zwei Westtürmen – in ihrer heutigen Form errichtet. Am 31. März 1674, wurden durch einen Vertrag die während der Regierungszeit von Fürstbischof Wenzeslaus Graf von Thun vorhandenen Streitigkeiten zwischen dem Bischof und den Jesuiten beendet. In der Folge konnten die Jesuiten ihren Kirchenbau, der lange Zeit eingestellt war, weiterführen und vollenden. An die Westfassade der Kirche schließt sich die Anfang des 18. Jahrhunderts errichtete Franz-Xaverius-Kapelle an.
Der Kircheninnenraum wird beherrscht von den üppigen Stukkaturen des Giovanni Battista Carlone. Die weitere Einrichtung wurde von 1678 bis 1720 vollendet: So stammen die sechs Seitenaltäre noch aus dem Jahr 1678, der Hochalter (errichtet von Jakob Pawanger nach einem Entwurf des Jesuiten Christoph Tausch) aber bereits aus dem Jahr 1712. Die Engelsfiguren des Hochaltars schuf Diego Francesco Carlone und das Altarblatt, welches den Engelssturz darstellt, wurde 1714 von Carlo Innocenzo Carlone gemalt. Die Kanzel schließlich entstand in der Zeit von 1715 bis 1720.
Renovierung
Zum letzten Mal wurden die Fassaden in den Jahren 1978 bis 1980 umfassend saniert. Von September bis November 2008 wurde die Westseite der Kirche zunächst gereinigt, dann neu verputzt und schließlich wieder in den gewohnten Farben gestrichen. Diese Sanierung war unter anderem wegen eines altersbedingten Pilzbefalls notwendig geworden. Die Kosten beliefen sich auf rund 130.000 Euro.
Gewölbe
Bauarbeiter sind im November 2010 an der Studienkirche beim Leopoldinum auf ein Gewölbe gestoßen, das eine historische Gruft sein könnte. „Der Lage nach muss das Gewölbe auf jeden Fall älter als die Studienkirche sein“, ist die erste Einschätzung von Stadtarchäologe Dr. Jörg-Peter Niemeier. Denn das Bauwerk, das eventuell eine frühzeitliche Gruft darstellt, wird vom Fundament des auch als Jesuitenkirche bekannten Gebäudes beschnitten.
Die Jesuitenkirche wurde 1677 erbaut. Das Gotteshaus war damals von den Ordensleuten im unmittelbar benachbarten Jesuiten-Kolleg, dem heutigen Gymnasium Leopoldinum, als Ersatz für die 15 Jahre zuvor beim großen Stadtbrand zerstörte Kirche errichtet worden.
Mindestens so alt ist demnach das jetzt freigelegte Gewölbe. Mit den unmittelbar angrenzenden Grablegen im Unterbau der Kirche - dort ruhen seit Jahrhunderten mehr als 50 Tote - habe das Gewölbe sicher nichts zu tun, darüber sind sich Stadtarchäologe Niemeier sowie Gerald Escherich und Norbert Sterl vom staatlichen Hochbauamt (die Jesuitenkirche gehört dem Freistaat) einig. Ob es sich um eine Gruft handelt, müssen nun weitere Untersuchungen zeigen. Die Geschichte der Jesuitenkirche ist jedenfalls noch in weiten Teilen unerforscht.
Entdeckt haben die womöglich historische Besonderheit Bauarbeiter, die im Auftrag des Hochbauamts eine Anpflanzung an der Nordseite der Jesuitenkirche entfernten. Dort soll ein kleiner Platz mit Bänken und Vorrichtungen für Schirme gestaltet werden, weil die Studienkirche immer wieder als Veranstaltungsraum genutzt wird.
Galerie
St. Michael und das Kloster Mariahilf |
St. Michael und die Veste Oberhaus |
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Blick vom Rathausturm |
Nachtaufnahme von der Innstadt aus |
Kontakt
Kirche St. Michael
Schustergasse 14
94032 Passau
Literatur
- Karin Seidl: Gut gerüstet gegen den Zahn der Zeit. In: Passauer Neue Presse vom 1. September 2008 (S. 33)
- Jörg Klotzek: Gruft bei Bauarbeiten freigelegt? In: Passauer Neue Presse vom 16. November 2010 (S. 19)
Weblinks
- Studienkirche St. Michael beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
