Jandelsbrunn

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Jandelsbrunn
Das Wappen von Jandelsbrunn


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Freyung-Grafenau
Höhe: 657 m
Fläche: 42,40 km²
Einwohner: 3.298 (30. Juni 2011)
Postleitzahl: 94117-94118
Vorwahl: 08583, 08581
Kfz-Kennzeichen: FRG
Website: www.jandelsbrunn.de
Erster Bürgermeister: Johann Wegerbauer (CSU/FWJ)

Jandelsbrunn ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Jandelsbrunn liegt im Osten des Bayerischen Waldes an der Staatsstraße 2131 von Waldkirchen nach Neureichenau. Nach Waldkirchen sind es 7 km, bis Freyung 18 km und zur Grenze nach Österreich 11 km. Die Stadt Passau mit Anschluss an die A 3 ist 35 km entfernt.

Die Pfarrkirche Maria Unbefleckte Empfängnis
Das Rathaus von Jandelsbrunn

Ortsteile sind Anglberg, Aßberg, Aßbergermühle, Aßbergerweid, Binderhügel, Bognerwies, Brunnermühle, Dachelwies, Duschlwies, Edhäusel, Fasangarten, Freud, Grübwies, Grund, Grundmühle, Gsteinet, Hanselmühle, Heindlschlag, Hintereben, Hinterwollaberg, Höllmühle, Jandelsbrunn, Jandelsbrunnermühle, Kaltwasser, Laßberg, Lenzmühle, Linden, Mitterau, Mösing, Neufang, Neuweid, Ödhof, Pfifferhof, Poppenreut, Rehleiten, Reichermühle, Reichling, Reut, Rohrhof, Rosenberg, Saghäuser, Sagmühle, Scheiben, Schindelstatt, Schlag, Steinerfurth, Stierweid, Voglöd, Vorderau, Vordereben, Weid, Wolfau, Wollaberg und Zielberg.

Geschichte

Der Ort gehörte zu den sogenannten sieben (eigentlich acht) königlichen (künischen) Dörfern - Heindlschlag, Rosenberg, Aßberg, Grund, Wollaberg (Vorder- und Hinterwollaberg), Jandelsbrunn und Hintereben, die wahrscheinlich um die Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Initiative der Passauer Fürstbischöfe, die breiten Waldsäume als Siedlungs- und Weideland roden ließen, entstanden sind.

Zur Zeit ihrer Gründung waren diese Siedlungen, die zusammen das Richteramt Heindlschlag bildeten, ein Bestandteil des Passauer Abteilandes und somit den Passauer Fürstbischöfen weltlich und geistlich untertan. 1487 auf Wiederkauf veräußert und dadurch der unmittelbaren passauischen Landeshoheit entzogen, gehörten sie nun beinahe dreihundert Jahre lang zur oberösterreichischen Herrschaft Rannariedl an der Donau. Nach hundertjährigem ständigen Besitzwechsel gelangten die Dörfer 1581 durch Kauf an die Freiherren von Khevenhiller, 1591 an die Salburger und 1723 durch Erbschaft an die Freiherren von Clam, von denen sie erst 1765 für Passau zurückerworben werden konnten. Beinahe 300 Jahre lang waren also die königlichen Dörfer Teil einer österreichischen Herrschaft und unterstanden damit auch den kaiserlich-königlichen Habsburgern, während ihr alter Pfarrsitz Waldkirchen und die benachbarten Dörfer des passauischen Landgerichts Leoprechting immer zum reichsunmittelbaren Fürstentum Passau gehörten. Zwischen "künischem" und "bistumischem" Gebiet kam es in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu vielen Streitigkeiten um die Pfarrei Wollaberg. Damals erst erhielten "die sieben künischen Dörfer" ihren volkstümlichen Namen. Im Jahre 1805 ist dann auch der Landstrich bayerisch geworden, nachdem er zwei Jahre vorher zum Herzogtum Salzburg-Toskana gekommen war.

Jandelsbrunn erhielt seinen Namen offenbar nach einem älteren Flurnamen: beim Brunnen des Johann, des Jan oder Jandel. Im ältesten Rannariedler Lehensregister von 1488 wird der Ort unter der Bezeichnung "Gandlensprwn" erstmals genannt, gelegen "im oberen Forstwald" der Herrschaft Rannariedl und zugehörig zum Oberamt Heindlschlag. Jandelsbrunn, das nach der ältesten Steuerliste von 1509 zehn Bauernhöfe umfaßte, war damals noch der letzte Ort vorm Klafferwald, durch den die alte "Klafferstraß" von Waldkirchen ins Gebiet des Stifts Schlägl führte. Deshalb erhielt auch Jandelsbrunn bereits im 16. Jahrhundert eine Mautstelle; wurden doch damals auf der "Klafferstraß" und dem "Ungarsteig" riesige ungarische Ochsenherden ins Bistum und weiter nach Bayern getrieben. Später, um die Wende zum 17. Jahrhundert, wanderte dann der Richtersitz vom abgelegenen Heindlschlag nach Wollaberg, wo das alte, dem Wald- u. Viehheiligen St. Ägidius geweihte Kirchlein "auf dem Wallerberg" eine beliebte Wallfahrt war und wieder ist, und schließlich, nach dem Brand von Kirche und Richterhaus 1650, hinunter nach Jandelsbrunn, das nun der Sitz des Richteramtes blieb. Als um dieselbe Zeit die Gegend von einer argen Seuche, dem "ungarischen Fieber", heimgesucht wurde, stiftete der erste Richter in Jandelsbrunn, Hans Adam Göschl, welcher in der Pfarrkirche Wollaberg bestattet wurde, zusammen mit seiner Frau die Pestsäule aus Granit, die heute noch am westlichen Ortseingang steht und am Säulenkopf die Namen des Stifterehepaares trägt. In Nachahmung der von Graf Salburg gestifteten Pestsäule über dem Massengrab in Wollaberg.

Kirchlich gehörte Jandelsbrunn zusammen mit den anderen königlichen Dörfern zur Pfarrei Waldkirchen, bis 1751 nach vielen Streitigkeiten die alte Wallfahrtskirche Wollaberg endlich einen eigenen Seelsorger bekam, welche dann 1894 zur Pfarrei erhoben wurde. Erst 1968 trennte sich Jandelsbrunn von der Pfarrei Wollaberg, wurde selbständige Pfarrei und erhielt einen eigenen Seelsorger.

Schon Mitte des 17. Jahrhunderts betrieben die Grundherren, die Salburger auf Falkenstein und Rannariedl, auch eine Herrschaftsbrauerei, aus der dann 1810 die Langsche Brauerei hervorgegangen ist.

Erst die günstige Verkehrslage im 20. Jahrhundert verdankte der Ort an einer gewissen Bedeutung.

Gemeindewappen

Ein Gemeindewappen wird seit 1968 geführt. Die sieben Kugeln stehen für die sog. sieben künischen Dörfer, zu denen neben Heindlschlag, Rosenberg, Aßberg, Grund, Wollaberg und Hintereben auch Jandelsbrunn gehörte. Stellvertretend für die Inhaber der Herrschaft Rannariedl steht die Lilie im gespaltenen Schild aus dem Wappen der Grafen von Salburg im Gemeindewappen und erinnert an die Bedeutung dieser Familie bei der weiteren Urbarmachung der Gegend von 1591 bis 1723. Im Zuge der Gebietsreform wurden 1971 bzw. 1978 die ehemals selbstständigen Gemeinden Heindlschlag und Hintereben nach Jandelsbrunn eingegliedert; Hintereben nahm noch 1971 ein eigenes Gemeindewappen an. Heindlschlag und Hintereben werden durch die sieben Kugeln als Verweis auf die künischen Dörfer ebenfalls repräsentiert.

Politik

Bürgermeister

Gemeinderat

Folgende Kandidaten wurden in den Gemeinderat (16 Sitze + 1. Bürgermeister) gewählt:

Sehenswürdigkeiten

Tourismus

Das Kaffeekannenmuseum Freund in Rosenberg ist nach dessen eigenen Angaben das vermutlich deutschland- und europaweit größte Kaffeekannenmuseum.

Wirtschaft

Einer der größten Arbeitgeber der Region, die Knaus Tabbert Group GmbH, hat am 9. Oktober 2008 Insolvenz angemeldet und konnte nach langen Verhandlungen am 1. Januar 2009 von der niederländischen HTP Investment B.V. übernommen werden, wodurch etwa 1000 der 1600 Arbeitsplätze erhalten werden konnten.

Bildung und Erziehung

Vereine

Literatur

Städte und Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau
Wappen Landkreis Freyung-Grafenau.png

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