Heining
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| Basisdaten | |
| Wohnsitze: | 12.164 |
| Hauptwohnsitze: | 11.121 |
| Nebenwohnsitze: | 1.043 |
Heining ist ein Stadtteil und Ortsteil von Passau. Der Stadtteil umfasst vor allem den Passauer Westen südlich der Donau, also insbesondere die Ortsteile Heining, Schalding r.d.D., Neustift und Rittsteig. Heining wird im Norden durch die Donau vom Stadtteil Hacklberg und im Osten durch den Hammerbach vom Stadtteil Haidenhof Nord getrennt. Im Westen grenzt der Stadtteil an den Landkreis Passau mit dem Gebiet der Stadt Vilshofen an der Donau an. Im Süden und Südwesten liegt der Markt Fürstenzell.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Ursprünge
781 wurde Huninga erstmals urkundlich erwähnt, 970 gab es hier bereits eine Kirche, die dem heiligen Severin von Noricum geweiht war. Diese romanisch-gotische Kirche ist die heutige Kirche St. Severin. Im 11. Jahrhundert wurde Heining dem Kloster Vornbach, im 16. Jahrhundert der Gruftkapelle im Passauer Dom inkorporiert. Am 9. Juni 1716 errichtete man schließlich die eigenständige Pfarrei Heining.
Heining gehörte nicht zum Hochstift Passau, sondern zum Herzogtum Bayern bzw. Kurfürstentum Bayern. Es war eines der fünf Ämter des Landgerichts Vilshofen. 1804 kamen nach der Säkularisation in Bayern die drei klassizistischen Altäre der Fürstenzeller Portenkirche und die kleine Chororgel aus der Klosterkirche Sankt Nikola in die Pfarrkirche Heining.
Die Gemeinde Heining
Im Zuge der Neuordnung durch das Königreich Bayern wurde 1808 die Gemeinde Heining gegründet. Außer dem ehemals kurfürstlichen Heining umfasste sie noch Teile der ehemaligen Grafschaft Neuburg und war dem Landgericht Passau II untergeordnet.
Die Pfarrei Heining wirkte weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Die ehemalige Severinskapelle baute man 1819 zur Schule um, bevor man die Kirche 1859 schließlich um sieben Meter verlängerte. 1878 wurde die Freiwillige Feuerwehr Heining gegründet. 1886 wurde die Schule vergrößert. Am 2. November 1887 wurde der neue Friedhof an der Passauer Straße geweiht. Der bis dato um die Pfarrkirche gelegene Friedhof wurde in Folge dessen aufgelöst.
Vier neue Seelsorgsbereiche gingen im 20. Jahrhundert aus der Mutterpfarrei Heining hervor. Den Anfang machte man 1904 mit der Errichtung der Expositur Schalding links der Donau, welche 1913 zur selbständigen Pfarrei Schalding links der Donau erhoben wurde. Schalding links der Donau gehörte nur zur Pfarrei Heining, politisch allerdings zur Gemeinde Kirchberg. Am 24. September 1922 wurde das Kriegerdenkmal vor der Pfarrkirche eingeweiht. 1928 erfolgte die Gründung der Expositur Auerbach, welche 1930 zur Pfarrei Passau-Auerbach erhoben wurde.
Abgesehen von einer Hefefabrik und einem Tonwerk war die Gemeinde Heining ländlich strukturiert. 1922 bis 1927 entstand an der Donau das Kraftwerk Kachlet. Während des Zweiten Weltkrieges bestand zwischen Schalding und Heining ein Gefangenenlager. Bei Kriegsende wurde es in ein Flüchtlingslager umgewandelt, wo etwa 45.000 Menschen eine erste Unterkunft fanden.
Nach dem Krieg wandelte sich die Gemeinde Heining vor allem als Wohngebiet. Viele aus dem Lager Schalding wurden in der Gemeinde Heining seßhaft. Daran erinnern viele fremde Familiennamen. Nicht zuletzt durch die Ansiedlung mehrerer Betriebe wandelte sich Heining von einer Landgemeinde in eine Vorstadtgemeinde. 1953 wurde in Schalding rechts der Donau eine Expositur errichtet. Im Folgejahr erbaute man dort eine Schule. Die seit 1900 in Neustift bestehende Schule erhielt 1956 und 1968 einen Anbau. 1958 entstand die Expositur Neustift, die am 25. September 1961 zur Pfarrei Passau-Neustift erhoben wurde.
Am 4. Dezember 1960 erhielt der neue Kindergarten in Heining die kirchliche Weihe, am 5. November 1963 das neue Schulgebäude. 1969 entfernte man aus der Heininger Pfarrkirche die barocke Kanzel, die 1982 in die Pfarrkirche von Kreuzberg gelangte. 1971 erhielt die Kirche eine neue Orgel.
Die Gemeinde Heining hatte 4 Bahnhöfe: den Bahnhof Heining (heute aufgelassen), den Bahnhof Schalding rechts der Donau (heute aufgelassen), den Bahnhof Seestetten (heute aufgelassen) und den Bahnhof Neustift (noch in Betrieb als Bedarfshaltepunkt). Am Bahnhof Heining gab es bis Ende der 1960-er Jahre einen verkerhrsreichen beschrankten Bahnübergang. Bei täglich 200 Zügen waren die Schranken oft geschlossen. Oft wurde auch noch ein Gegenzug abgewartet. Das führte zu großen Kfz. - Staus auf beiden Seiten. Hier trafen die Straßen aus Neustift und Rittsteig mit der Bundesstraße 8 zusammen. 1961 gab es einen großen Verkehrsunfall mit einem Zug und einem Bier - Lastwagen. Erst 10 Jahre später wurde eine Unterführung unter der Bahnlinie und dem "Wurstbauer"- und "Gion"- Gelände fertiggestellt (Heute: Henneberger Straße, Einkaufsmarkt Buchbauer). Der Bahnübergang wurde dann aufgelassen.
Die Eingemeindung
Im August/September 1971 lehnten bei einer Bürgerbefragung 91,2% der Wähler die im Zuge der Gebietsreform in Bayern geplante Eingemeindung nach Passau ab. Der Heininger Gemeinderat mit Bürgermeister Hans Hösl erhob letztendlich keine Verfassungsklage gegen die Eingemeindung, da hiervon die Gründung der Universität Passau und die Bildung des Oberzentrums Passau abhingen. Ortsheimatpfleger Franz Mader verfasste anlässlich der Eingemeindung eine Chronik von Heining. Am 1. Juli 1972 wurde die bis dato selbständige Kommune Heining in die Stadt Passau eingemeindet.
Politik
Heining war bis zur Gebietsreform von 1972 eine selbstständige Gemeinde. Bis zur Eingemeindung nach Passau hatte sie somit einen eigenen Gemeinderat sowie einen eigenen Bürgermeister (siehe: Bürgermeister von Heining).
Sehenswürdigkeiten (Auswahl)
- Kirchen
Gliederung
Ortsteile
| 01 Heining | 05 Sperrwies | 09 Rittsteig | 13 Königschalding |
| 02 Hacklstein | 07 Eichet | 10 Eich | 14 Wörth rechts der Donau |
| 03 Thann | 07 Haarschedl | 11 Oberöd | 15 Einöd |
| 04 Neustift | 08 Reisach | 12 Schalding rechts der Donau | 16 Laufenbach |
| 17 Gründobl | |||
Straßen
Ortsteil Heining
Das eigentliche Heining liegt an der Donau nördlich vom Ortsteil Reisach. Als Ortsteil wird es im Norden durch die Donau, im Osten durch die Neustifter Straße, im Süden durch die Henneberger Straße und Siemensstraße und im Westen durch die Gionstraße begrenzt. Das Gemeindezentrum befindet sich im Bereich Heininger Straße/(Alte) Raiffeisenstraße. Dort ist auch das alte Schulhaus (Heininger Straße 18), die Kirche, das alte Gemeindehaus (Heininger Straße 32) und das neue Gemeindehaus (Heininger Straße 51), das bis zum 30. 6. 1972 (Gebietsreform) in Funktion war. Bis Ende der 1960-er Jahre wälzte sich der Fernverkehr durch Heining. Von Vilshofen über Sandbach verlief die Bundesstraße 8 nach Passau über die heutige Heininger Straße. Diese war Teil der Europastaße 5 (London - Istanbul). Von Passau aus erreichte diese Fernverbindung dann am Grenzübergang Achleiten die österreichische Nibelungen - Bundesstraße nach Linz. Gefährlich war das Zusammentreffen von LKW´s an der Engstelle bei der Heininger Kirche (ugs. "Silbereisen - Eck" genannt).
Erst mit der Verlegung der Bundesstraße 8 auf die "Heininger Umgehungsstraße" auf den Donau Damm konnte man das Zentrum von Heining umfahren.
Bildung und Erziehung
Vereine
- Soldaten- und Kriegerverein Heining
- SV Schalding-Heining r.d.D.
- Turn- u. Sportverein Heining-Neustift
- Stammtischschützen Heining
- Gartenbauverein Heining-Neustift
- Freiwillige Feuerwehr Passau-Heining
- CSU Passau-Heining
- Heininger Gmoa
- Frauen- und Mütterverein
- Bundesliga Stammtisch Heining
