Großer Arber

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Blick zum Großen Arber vom Kleinen Arbersee aus

Der Große Arber ist mit seinen 1.456 Metern Höhe der höchste Berg des Bayerischen Waldes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Gebäude auf dem Großen Arber: Bergstation der Arber-Bergbahn, Arber-Schutzhaus und Eisensteiner Hütt’n

In einer Urkunde von 1279 trägt er den Namen Adwich, Johannes Aventinus nennt ihn 1500 Hädweg und 1540 Ätwa. Bei Philipp Apian trägt er die Bezeichnung Aetwham, 1720 ist er auf einer Karte als Aidweich bezeichnet. Im Jahr 1740 findet sich in einer Urkunde erstmals die Bezeichnung Arber.

Sendemast und Radom

Vom 1913 errichteten Gipfelkreuz reicht der Blick bis weit in den Böhmerwald und nach Bayern hinein. Der Große Arber hat vier Gipfel: den Hauptgipfel mit dem Kreuz, den Bodenmaiser Riegel mit dem charakteristischen Richard-Wagner-Kopf sowie den Kleinen und den Großen Seeriegel. Am Fuß des Berges befinden sich der Große Arbersee und der seit der Gebietsreform in der Oberpfalz liegende Kleine Arbersee. Etwa zwei Kilometer westlich erhebt sich der Kleine Arber.

Die Gipfelregion

Die baumfreie Gipfelzone des Großen Arbers ist von subalpinen Magerrasen, Felsfluren und Latschengebüschen geprägt, wie sie in dieser Ausdehnung im Bayerischen Wald sonst nirgends auftreten. Zu den besonderen Vogelarten der Gipfelregion gehören Wiesenpieper, Alpenbraunelle, Bergpieper, Ringdrossel und Steinschmätzer.

Das Jahr 1884 brachte die Errichtung einer hölzernen Schutzhütte durch den Bayerischen Wald-Verein. Für großes Aufsehen sorgte der Rabensteiner Förster Vill, als er am 26. Februar 1892 im Alleingang die Erstbesteigung auf Skiern vollzog. 1903 entstand das erste Schutzhaus auf dem Gipfel. Das jetzige mit Schindeln beschlagene Arber-Schutzhaus wurde 1936 errichtet und 1985 erweitert.

Der Fernsehumsetzer steht seit 1967 auf dem Arbergipfel. Die beiden 1982 bis 1983 erbauten Radome sind ein Relikt aus dem Kalten Krieg. Außer der Zufahrtsstraße entstand ein Kanalanschluss. Hier waren Radarstationen untergebracht, mit denen der Flugverkehr im Ostblock überwacht wurde.

Nachdem Naturschützer immer wieder kritisierten, dass der im Bayerischen Wald einzigartige Arbergipfel keinerlei naturschutzrechtlichen Schutzstatus hatte, wurde im Jahr 2000 eine Wegegebotsverordnung durch das Landratsamt Regen erlassen. Seither gilt für den gesamten Arbergipfelbereich ein Wegegebot, und Mountainbiking im Gipfelbereich ist verboten.

Im Winter gibt es auf dem Großen Arber eine Besonderheit zu sehen: Der Ostwind bildet zusammen mit Eisschnee die so genannten „Arbermandl“. Latschen und Bergfichten erstarren dabei zu bizarren Gestalten.

Die Arberkapelle

Die Arberkapelle

Die dem heiligen Bartholomäus geweihte Kapelle wurde 1806 als Stiftung der Glashüttenherrin Elisabeth von Hafenbrädel erbaut. Ihr Standort war knapp unterhalb des Gipfels, ungefähr im heutigen Sendemastsperrbereich. Die raue Witterung auf dem höchsten Berg des Bayerwaldes setzte dem einfachen Bau stark zu, so dass die Kapelle mehrere Male erneuert werden musste. Am Bartholomäustag 1906 zelebrierte Abt Willibald Adam von Kloster Metten in Gegenwart von 2000 Teilnehmern anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Arberkapelle die erste Bergmesse.

Die jetzige Kapelle entstand 1957auf Betreiben des Grundherrs, Fürst Friedrich Wilhelm von Hohenzollern. Nach der Fertigstellung der neuen Arberkapelle dauerte es einige Jahre, bis Arberpfarrer Josef Kufner am 29. August 1965 hier erneut eine Messe feiert und die Tradition der Arberkirchweih wieder aufgenommen wurde. Der Gottesdienst vor der Kapelle ist seitdem wieder fester Bestandteil der Arberkirchweih am Bartholomäustag. Von dieser Almakirta berichtet Maximilian Schmidt bereits 1868 in seinem Werk Glasmacherleut.

Alljährlich am vorletzten Sonntag im August wird auf dem Gipfel des Großen Arbers bei der Arberkapelle die Arberkirchweih mit Trachtenvereinen und Fahnenabordnungen gefeiert. Nach der Bergmesse trifft man sich zum Mittagessen im Arberschutzhaus, anschließend zeigen Volkssänger und Musikanten im gesamten Gipfelbereich ihre Darbietungen.

Anton Pech deutete diese Felsformation als Kopf von Richard Wagner. (Foto:Marita Haller)

Richard-Wagner-Kopf

Felsformationen faszinieren von jeher Naturliebhaber. Anton Pech, „der Hausmeister des Bayerischen Waldes“, sah in dem bizarren Felsen auf dem Großen Arber das Profil von „Richard Wagner“ und so gab er dem markanten Stein Anfang des 20. Jahrhunderts den Namen „Richard-Wagner-Kopf“. Der Fels wird noch heute so genannt.

Wintersport

Der Große Arber wurde vor allem als Wintersportgebiet bekannt. Um 1910 wurden die ersten Skirennen im Arbergebiet veranstaltet. Schon 1949 wurde der erste Sessellift eröffnet. 1999 wurden die Liftanlagen erneuert und auf neuer Trasse eine Gondelbahn erbaut, 2002 eine neue Sesselbahn am Nordhang angelegt, so dass der Große Arber zum modernsten Skigebiet des Bayerischen Waldes wurde. Seit 1973 finden hier Slalom- und Riesenslalomwettbewerbe um den Europacup statt, seit 1976 um den Skiweltcup. Die Arber Bergbahn ist ganzjährig in Betrieb.

Literatur

Weblink

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