Glasmuseum Frauenau
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Das Glasmuseum Frauenau ist ein 1975 von Erwin Eisch gegründetes Museum in Frauenau im Landkreis Regen. Im Juni 2005 wurde es nach einer mehrjährigen Umbaupause und Neukonzeption wiedereröffnet. Seitdem bietet das Museum dem Besucher ein umfangreiches Angebot rund um den Werkstoff Glas. Es handelt sich europaweit um das bedeutendste Glasmuseum und ist überregional sehr bedeutsam. An das Museum angegliedert sind die 2010 eröffneten Gläsernen Gärten.
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Über das Glasmuseum Frauenau
Auf einer Austellungsfläche von rund 1.300 m² werden neben den Dauerausstellungen auch Sonderaustellungen und Studiensammlungen präsentiert. Die Daueraustellung besteht aus zwei Teilen. Zum einen wird die europäische Kulturgeschichte des Glases von der Antike bis in die Gegenwart präsentiert. Ebenso sind das Leben, die Alltags-, Arbeits und Produktionsabläufe aus Sicht der in der Glasbranche Tätigen dargestellt.
Finanzierung
Finanzierung bis 2011
Etwa 20.000 Besucher pro Jahr hat das Museum, womit die Betriebskosten nicht zu decken sind. Personell ist das Museum schon unter dem Limit ausgestattet und der jährliche Werbeetat beträgt 10.000 Euro.
Am 3. Mai 2010 besuchte ein Gremium des Präsidiums des Bayerischen Landtags um Präsidentin Barbara Stamm das Glasmuseum, um die strukturellen Probleme der Region kennen zu lernen und speziell im Zusammenhang mit dem Glasmuseum die finanziellen Probleme zu lösen. Die Gemeinde kann das Museum auf Dauer nicht alleine unterhalten. Diskussionspunkt war in erster Linie die erweiterte Trägerschaft des Museums, um eine langfristige Finanzieurung zu sichern.
Für die mitreisenden Politiker war unstrittig, dass eine Trägerschaft, bei der auch Bezirk und Landkreis mit im Boot sind, die beste Lösung für das Museum wäre. Und in diesem Fall gäbe es auch für den Freistaat mehr Zuschussmöglichkeiten, wie Präsidentin Stamm gegenüber dem Bayerwald-Boten sagte. Ein entsprechendes Konzept hat die Gemeinde schon vor geraumer Zeit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen zukommen lassen.
Ein Jahr danach hat das Präsidium des Bayerischen Landtags sein Versprechen von der damaligen Niederbayern-Reise eingelöst: Auf Initiative von Präsidentin Barbara Stamm fand im Maximilianeum ein hochkarätig besetzter runder Tisch statt, bei dem es um eine zukunftsfähige Lösung für das Glasmuseum Frauenau ging.
Nach zwei Stunden intensiver Diskussion stand die Marschroute fest: Bis zur Sommerpause 2011 entwickelt eine Arbeitsgruppe ein detailliertes Konzept für das Glasmuseum. Damit wollen dann Landrat Heinz Wölfl und Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein in die Gremien gehen und für eine positive Entscheidung werben.
In der Arbeitsgruppe sind neben der kommunalen Ebene auch die staatlichen Stellen vertreten, an der Spitze das Bayerische Wissenschafts- und das Umweltministerium. Dieser Behörde untersteht der Nationalpark Bayerischer Wald mit den Informationszentren Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau und Haus zur Wildnis in Ludwigsthal mit jeweils 140.000 Besuchern pro Jahr. Genau dazwischen befindet sich das Glasmuseum Frauenau mit jährlich etwa 20.000 Besuchern. In dem Gespräch am runden Tisch wurde deshalb eine Verbundlösung mit dem Nationalpark angeregt. Ziel ist es, von dort eine Personalstelle zu bekommen. Angedacht sind auch eine gemeinsame Werbung und ein gemeinsames Marketing. „Es gibt Schnittmengen und es ist überall das gleiche Geld, nämlich Steuergeld“, wandte sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm an die Gesprächsteilnehmer aus dem Umweltministerium. Die Leitung der Arbeitsgruppe hat Dr. Michael Henker, Chef der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern.
Zentrale Aussage im Diskussionspapier: Die Gemeinde Frauenau allein ist mit dieser Aufgabe hoffnungslos überfordert. Sie braucht Partner und die Unterstützung staatlicher Stellen mit Geld und Personal, damit das Museum endlich richtig mit Leben erfüllt und zu einem Besuchermagnet wird. Das Museum sei personell völlig unterbesetzt: mit einer Zweidrittel-Stelle für die Museumsleiterin und einer halben Stelle für den Hausmeister. Eine Aufstockung sei dringend nötig; den dann entstehenden „Kostenkorridor“ gab Michael Henker mit 237.000 bis 360.000 Euro statt bisher 110.000 Euro an. Mit 20.000 Besuchern pro Jahr befinde sich das Glasmuseum Frauenau in einer Abwärtsspirale.
Das erste positive Signal kam von Landrat Heinz Wölfl. Er kann sich vorstellen, dass der Landkreis das Glasmuseum Frauenau künftig finanziell unterstützt, weil es sich um eine außergewöhnliche Einrichtung handle. Die Gemeinde Frauenau sei auch in Zukunft bereit, sich zu engagieren, allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
Im Sommer 2011 soll ein neues Trägerkonzept erarbeitet werden um so die Unterstützung von staatlicher Seite zu ermöglichen.
Finanzierung ab 2012
Nachdem sich die Beschlüsse des Runden Tisches von 2011 aufgrund verschiedener Umstände im Landkreis Regen nicht umsetzen ließen, fand am 27. März 2012 auf Initiative von Landtagspräsidentin Barbara Stamm erneut ein Runder Tisch im Maximilianeum statt.
Nötig wurde dies, da sich die Besucherzahlen des Glasmuseums im vergangenen Jahr erneut nur um ca. die Hälfte der zur finanziellen Deckung benötigten 40.000 Besucher bewegten. Das so entstehendene jährliche Defizit von 100.000 könne von der Gemeinde Frauenau nicht getragen werden.
Das jetzt beschlossene Hilfspaket sieht vor, dass vom bayerischen Umweltministerium übergangsweise für ein Jahr 30.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Diese Summe soll genutzt werden, um eine Halbtagskraft aus der Vewaltung des Nationalpark Bayerischer Wald zu beschäftigen, die sich professionell dem Marketing-Bereich widmen soll.
Neben dieser Strategie wird, um die Besucherzahlen wieder anzukurbeln, auch auf eine Informationsstelle im Glasmuseum gesetzt. Des weiteren soll zur dauerhaften Absicherung das Glasmuseum in den Kulturplan für Bayern aufgenommen werden.
Ausblick
Zur zukünftigen finanziellen Absicherung soll bis 2013 ein fest im Doppelhaushalt 2013/14 verankertes Konzept für ein neues Trägerschaftsmodell entwickelt werden.
Kontakt
Glasmuseum Frauenau
Am Museumspark 1
94258 Frauenau
Telefon: 09926/941020
Fax: 09926/941028
E-Mail: info@glasmuseum-frauenau.de
Internet: www.glasmuseum-frauenau.de
Literatur
- Rainer Schlenz: Glasmuseum: Neue Hoffnung für Gemeinde. In: Bayerwald-Bote vom 4. Mai 2010 (S. 24)
- PNP: Glasmuseum bleibt Sorgenkind der Staatsregierung. In: Passauer Neue Presse vom 15. Oktober 2010 (S. 20)
- Hans Weiß: Glasmuseum: Durchbruch scheint geschafft. In: Bayerwald-Bote vom 19. März 2011 (S. 27)
- red: Politik hat Glasmuseum im Blick. In: Passauer Neue Presse vom 8. Juni 2011 (S. 25)
- Christina Hackl: Endlich Hilfe vom Freistaat für das Glasmuseum? In: Bayerwald-Bote vom 10. März 2012 (S. 25)
- Christina Hackl: Rettungsanker für das Glasmuseum. In: Passauer Neue Presse vom 29. März 2012 (S. 12)
