Geiersthal
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| Geiersthal
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| Basisdaten
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| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern |
| Landkreis: | Regen |
| Höhe: | 505 m |
| Fläche: | 22,38 km² |
| Einwohner: | 2.226 (30. Juni 2011) |
| Postleitzahl: | 94244 |
| Vorwahl: | 09923 |
| Kfz-Kennzeichen: | REG |
| Website: | www.geiersthal.de |
| Erster Bürgermeister: | Alfons Fleischmann (CSU) |
Geiersthal ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen im Bayerischen Wald und staatlich anerkannter Erholungsort.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Die Gemeinde liegt über dem Tal des Schwarzen Regen etwa 10 km südöstlich von Viechtach, 27 km nördlich von Deggendorf, 18 km nordwestlich der Kreisstadt Regen sowie 11 km von Bodenmais entfernt.
Ortsteile
Gebildet wird die Gemeinde von den Ortsteilen Altnußberg, Auhof, Berging, Eisberg, Felburg, Fernsdorf, Frankenried, Furthof, Geiersthal, Grandmühle, Gumpenried, Haid a.Sand, Haidberg, Haidhof, Hartmannsgrub, Hinterberg, Höfing, Holzhaus, Holzwies, Kammersdorf, Linden, Madlholz, Marienthal, Oberberging, Oberleiten, Pfranzgrub, Piflitz, Seigersdorf, Unterberging, Viertlweggrub, Vorderpiflitz und Weging.
Geschichte
Geiersthal
Die Grenze der Pfarrei Geiersthal fiel mit der Grenze des Mettener Dotationsgebietes im Nordwald zusammen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Geiersthal, damals Giristal, im Oberalteicher Zehentverzeichnis um 1100 bis 1104. 1109 ist mit Pfarrer Siegehart zum ersten Mal ein Geiersthaler Priester dokumentiert und 1299 wird die Pfarrei von den Herzögen Otto III. und Stephan I. dem Patronat von Kloster Aldersbach unterstellt. Die Kirche der Pfarrei Geiersthal war eine Eigenkirche der Grafen von Bogen, 1233 kam zur Schenkung auch noch das Partonatsrecht über die Pfarrei Geiersthal an das Kloster Niederaltaich hinzu. An die Landesherren übergegangen, überließen die bayerischen Herzöge Otto III. und Stephan I. das Patronatsrecht 1299 dem Kloster Aldersbach. Bis zur Säkularisation 1803 war die Pfarrei nach Aldersbach inkorporiert. 1903 wurde der Pfarrsitz nach Teisnach verlegt.
Kirche
In Geiersthal steht die Kirche St. Margaretha. Nachdem um 1100 Geiersthal schon im Oberalteicher Traditionskodex genannt wir, gab es zu dieser Zeit mit Sicherheit eine romanische Kirche. Über eine gotische Kirche im 15. Jahrhundert zeugen heute noch Freskenreste im Presbyterium.
Umbauten der Kirche im Barockstil (1750), der Einbau einer Orgel mit neun Registern (1175), Instandsetzungsarbeiten am Schindeldach (1840) und der Einbau einer neuen Glocke (1861) zeugen von reger Bautätigkeit.
Bereits 1869 entwirft das königliche Bauamt Zwiesel einen Plan zur Kirchenvergrößerung. Auf Grund des schlechten Zustandes wird die Baumaßnahme allerdings wieder verworfen. Vielmehr soll das Gotteshaus an einem anderen Standort neu gebaut werden. Dieses Vorhaben lehnte jedoch Pfarrer Syroth ab, der den Zustand der Kirche für "nicht besorgniserregend" einstufte. Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten schlossen sich dieser Entscheidung in den Folgejahren an.
Nach den beiden Weltkriegen ließ Pfarrer Matthias Treiber 1951 einen 25 Meter hohen Turm an die kleine Kirche anbauen. 1975 wurde das ursprüngliche Altarbild restauriert und das jetzige Kirchenschiff angebaut.
Altnußberg
Als Tunenisberg wurde der Ort bereits in einem Diplom Karls III. vom 19. Juli 882 genannt. Hier verlief die Westgrenze des Mettener Dotationsgebietes. Nußberg (später Altnußberg) war einer der bedeutendsten berg-Orte, da es der Sitz des gleichnamigen Ministerialengeschlechts der Grafen von Bogen war, die dort 1126 urkundlich bezeugt sind. Im herzoglichen Urbar von 1301/07 und 1312 finden wir eine genaue Beschreibung. Um 1300 war der Landesherr Grundherr der Verste, dem Bau und dem Dorf. Im 15. Jahrhundert sitzen die Degenberger in Altnußberg, das im Böckleraufstand 1468 zerstört wurde. Altnußberg zählt zu den ältesten Siedlungen des Viechtacher Raumes. Von hier aus wurden die Straßen von Deggendorf über Patersdorf nach Teisnach und über Böbrach nach Arnbruck beherrscht. Die Rodung des Umlandes erfolgte durch Ministerialen der domvögtisch-bogenschen Linie. Als erste Namenträger werden Marquart und Wernheri de Nuzbach genannt.
In Altnußberg bestand eine Hauptmannschaft, die 1808 in eine politische Gemeinde umgeandelt wurde und 1818 zu Geiersthal kam.
Linden
Die dortige Burgruine Linden, früher eine Wasserburg, die mit einem Graben umgeben war und die einzige in der Ebene gelegene Burg der ganzen Umgebung darstellte, wurde wahrscheinlich durch die Grafen von Bogen im 12. Jahrhundert erbaut. Im herzoglichen Urbar von 1301/07 und 1312 ist eine genaue Aufstellung über den Besitzstand erhalten. Um 1300 kam Linden in den Besitz der Landesherren, die verschiedene Pfleger einsetzten. Durch das herzogliche Monopol für das Weißbierbraurecht im Bayerischen Wald an die Degenberger vom 3. August 1548, wurde in Linden 1553 eine Weißbierbrauerei errichtet, die im 17. Jahrhundert nach Viechtach verlegt wurde, woraus die Gesellschaftsbrauerei Viechtach entstand. Von 1607 bis 1803 bestand in Linden ein Pfleggericht, das dann mit dem Gericht in Viechtach zusammengelegt wurde.
Im Jahre 1808 wurde Linden auch politische Gemeinde, die aber 1818 zusammen mit den Gemeinden Altnußberg und Piflitz zur Gemeinde Geiersthal zusammengelegt wurde.
Verwaltungsgemeinschaft
Geiersthal gehörte ab 1. Mai 1978 zusammen mit Böbrach und Teisnach zur Verwaltungsgemeinschaft Teisnach, die aber zum 1. Januar 1980 wieder aufgehoben wurde.
Gemeindewappen
Als erste Gemeinde im Landkreisgebiet nach dem Jahr 1951 bewarb sich die Gemeinde Geiersthal um ein Gemeindewappen. Die Zustimmung zur Annahme des Wappens erfolgte mit Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 13. April 1951. Der Geier redet für den Gemeindenamen. Die gestürzte Spitze auf rotem Dreiberg entspricht dem seit 1444 nachweisbaren Wappen der Zisterzienserabtei Aldersbach, die 1299 das Patronatsrecht über die schon 1209 genannte Pfarrkirche in Geiersthal erhielt. Das Gotteshaus Geiersthal war auch als Grundherrschaft in der Gemeindeflur und darüber hinaus von Bedeutung.
Politik
Bürgermeister
- 1. Bürgermeister ist Alfons Fleischmann (CSU). Er ist seit 1999 im Amt.
- 2. Bürgermeister ist Josef Wittenzellner (CSU).
- 3. Bürgermeister ist Thomas Gierl (FWG).
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:
- CSU: 6 Sitze (+ 1. Bürgermeister)
Franz Wirrer (Fraktionssprecher), Alfons Gierl, Gerhard Höpfl, Thomas Stadler, Maria Steer, Josef Wittenzellner - SPD: 3 Sitze
Anton Seidl (Fraktionssprecher), Richard Gruber jun., Anton Obermeier - FWG: 3 Sitze
Thomas Gierl (Fraktionssprecher), Johann Kasparbauer, Ludwig Weindl - GÖP: 2 Sitze
Günther Iglhaut (Fraktionssprecher), Josef Hartmannsgruber
Pfarrjubiläum
Pünktlich zum 800-jährigen Jubiläum wurde das Gotteshaus der Pfarrei in den letzten Monaten erneut komplett saniert. Rund 130 000 Euro hat die Pfarrei Geiersthal-Teisnach dafür ausgegeben. Der Dachstuhl wurde teilsaniert, die Wände neu gestrichen und das Kirchenumfeld völlig neu gestaltet. Das alte Betonpflaster ersetzt nun Granitstein. Der Treppenaufgang von der Rathausstraße her wurde verlegt und erneuert und außerdem entstanden neue Gehwege um das Gotteshaus herum.
Das Jubiläumsjahr der Pfarrei Geiersthal wurde feierlich eröffnet mit einem Festtagsgottesdienst in der neu renovierten Filialkirche. Ein Höhepunkt des kirchlichen Festtages war die Vorstellung des druckfrischen Buches über die Geschichte des Ortes Geiersthal und der Pfarrei, das der Arbeitskreis für Kultur und Heimat, kurz AKKU, in jahrelanger Arbeit erstellt hat. Die anschließende Jubiläumsveranstaltung in der Mehrzweckhalle in Geiersthal war erst der der Auftakt einer ganzen Reihe von Veranstaltungen zum 800-jährigen Kirchenjubiläum.
Sehenswürdigkeiten
Bildung und Erziehung
- Grundschule Geiersthal
- Kindergarten St. Josef in Kammersdorf
Vereine
- ESC Geiersthal 1966
- EC Kammersdorf 1970 e.V.
- Männergesangverein (MGV) Geiersthal
- Tennisclub (TC) Rot-Weiß Geiersthal
- Sportverein (SV) Geiersthal 1966
- Gartenbauverein Geiersthal
- Veteranen- und Reservistenverein Geiersthal
- CSU Ortsverband Geiersthal
- SPD-Ortsverband Geiersthal
- Freie Wähler Geiersthal
- Junge Union Geiersthal
Literatur
- Thomas Gierl: Eine christliche Urzelle im Bayerischen Wald In: Passauer Neue Presse vom 21. Januar 2009 (S. 32)
Achslach – Arnbruck – Bayerisch Eisenstein – Bischofsmais – Bodenmais – Böbrach – Drachselsried – Frauenau – Geiersthal – Gotteszell – Kirchberg im Wald – Kirchdorf im Wald – Kollnburg – Langdorf – Lindberg – Patersdorf – Prackenbach – Regen – Rinchnach – Ruhmannsfelden – Teisnach – Viechtach – Zachenberg – Zwiesel

