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Freibad Landau an der Isar

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Eine Rutsche für das Freibad. Das Geländer ist im Stil der 50er Jahre elegant geschwungen. (Foto: Archiv Söltl)

Das Freibad Landau an der Isar besteht seit 1959 und wird von der Stadt Landau an der Isar betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Volksbad Landau (1936)

Im Februar 1936 erwägt die Stadt Landau erstmals den Bau eines „Volksbades“. Es wird mit Kosten von 20.000 Reichsmark gerechnet. Die Stadt, vertreten durch Bürgermeister Max Friedl, sieht sich dazu finanziell nicht in der Lage. So sollte sich eine „Interessengemeinschaft“ von Landauer Bürgern und der Gewerbe- und Landwirtschaftsbank Landau bilden, die den Bau des Bades durch Aufnahme eines Darlehens von 20.000 Reichsmark finanzierte und zur Sicherheit des Kredits auch die Bürgschaft hierüber übernahm. Die Stadt brauchte sich so nicht selbst zu verschulden, verpfichtete sich aber jährlich 2.000 Reichsmark abzuzahlen, sodass der Kredit im Jahr 1946 getilgt gewesen wäre. Nach Abbezahlung des Darlehens sollte das „Landauer Volksbad“ mit all den dazu gehörigen Einrichtungen endgültig in den Besitz der Stadt übergehen.

Der Bau des Volksbades sollte am 1. April 1936 beginnen und am 1. Juni sollte es fertig sein mit den Kabinen, den Pumpen und allem, was dazugehört. Ein genauer Standort für das Volksbad steht im Februar 1936 aber noch gar nicht fest.

Ein diesbezüglicher Vertragsentwurf befindet sich in den Aktenregalen im Rathaus, der aber von keiner Seite, weder Stadt noch Interessengemeinschaft, unterzeichnet ist. Es scheint, dass sich dieser Finanzierungsplan doch nicht so verwirklichen ließ und an der Bereitschaft der Interessengemeinschaft, Geld vorzustrecken, scheiterte. Darauf hin dürfte die Stadt die kleine Lösung gewählt haben und provisorische Umkleidekabinen aus Holz an der linken Isarseite an der „Badebucht“ in Höhe der der jetzigen B 20 Isarbrücke aufgestellt haben. Das Unternehmen „Volksbad Landau“ war vorerst einmal gestorben. Das einzige Badegewässer für die Landauer blieb die reißende Isar.

Projekt Baggersee (1952)

Nach dem Krieg kommt das Thema „Gemeindliche Sommerbadeanlage“ im August 1952 wieder aufs Tablett. Es wird vom 1. Bürgermeister Haufellner in einem Brief ans Wasserwirtschaftsamt Landshut beklagt, dass sich im Laufe der letzten Jahre schon viele Badeunfälle in der Isar zugetragen hätten. In dem Jahr 1952 planten die Bayernwerke als Stromversorger den Ausbau der Unteren Isar. Nun befürchtete man von Seiten der Stadt und der Bevölkerung, dass danach das Schwimmen und Baden in der Isar noch ungünstiger, wenn nicht überhaupt unmöglich werden könnte. Der Stadtrat fühlte sich aber dazu verpflichtet seinen Bürgern eine unbedenkliche Bademöglichkeit anzubieten. Es wurde deshalb dem Flussbauamt Landshut vorgeschlagen, auf der Altstadtseite der Isar, zwischen Isarbrücke und Zanklberg, einen Baggersee auszuheben und das anfallende Aushubmaterial unmittelbar für den ebenfalls anstehenden Dammbau zu verwenden. Die Stadt wollte für die Maßnahme „Baggersee“ lediglich ein Grundstück hierfür zur Verfügung stellen, zwischen altem Isardamm und dem neu zu erbauenden Isardamm stadteinwärts gelegen.

Das Straßen- und Flussbauamt war bereit dem Vorschlag der Stadt im Wesentlichen zu entsprechen, wie im Antwortschreiben aus Landshut vom 18. August 1952 entnommen werden kann. Das Flussbauamt war zur Ausbaggerung des gewünschten Sees letztlich aber nur bereit, wenn das Aushubmaterial zum Dammbau auch wirklich geeignet wäre. Also sollten erst mal Bodenschürfungen durchgeführt werden, die über Humus, Untergrund, Kies und Grundwasser Aufschluss geben sollten.

Im Dezember 1952 muss nun der 1. Bürgermeister dem Stadtrat berichten, dass alle Grundstücke, die von der Stadt in Erwägung gezogen worden sind, zur Anlegung eines Baggersees völlig ungeeignet seien. Kies erscheint erst in einer Tiefe von 0,50m bis 2,35m und ist ganz mit Schlick und Schlamm überlagert. Wer will schon einen Badesee mit lauter Schlamm am Ufer? Der Traum vom stadtnahen Baggersee ist zerplatzt wie eine Seifenblase. Badesee ade! Was blieb zum Baden? – Die Isar, wie bisher auch.

Sommer 1957

Originalplan für das Landauer Freibad von Architekt Max Goller aus dem Jahr 1958. (Foto: Archiv Söltl)

Die Idee, eine Badeanlage in Landau zu errichten, geisterte auch in den folgenden Jahren in den Köpfen der Landauer und ihres Rates herum. Ein Landauer Architekt zeichnete schon mal eine Skizze wie ein Bad in Landau aussehen könnte. Sie landete aber in einer der Schubladen in der Stadtverwaltung. Die ersten Jahre der Nachkriegszeit waren lausige Zeiten, Wohnungen waren wichtiger als Schwimmbecken.

Ein tragisches Ereignis in der ersten Julihälfte des Jahres 1957 heizte die Debatte um ein Freibad in Landau von verschiedenen Seiten an und führte sie zur Entscheidung: Der jugendliche Heinz Mroske aus Landau war beim Baden in der Isar ertrunken. Auf Grund dessen stellte Siegfried Kroiß am 9. Juli 1957 für die SPD-Stadtratsfraktion den Antrag auf Errichtung eines Schwimmbades in Landau.

Heinz Mroske war aktives Mitglied der evangelischen Jugend in Landau. Seine Freunde schrieben am 15. Juli an die Stadt und wiesen eindringlich auf die Gefahren hin, in der Isar zu schwimmen. Auch sie forderten ein Schwimmbad für Landau, auch zum Schwimmenlernen. Die Jugendlichen sprachen sich für eine einfache und kostengünstige Lösung aus, die für Landau auch bezahlbar wäre. Man könnte ja Isarwasser einfach durch ein Schwimmbecken hindurch laufen lassen und am Rand des Beckens Umkleidekabinen erbauen.

Am 20. Juli 1957 meldete sich auch der 2. Bürgermeister Georg Berger zu Wort und forderte die Frage des Schwimmbadbaus nach dem erneuten tödlichen Badeunfalls in der Isar ernstlich in Angriff zu nehmen. Er selbst habe wohl schon zehnmal in den letzten fünf Jahren darauf hingewiesen, dass ein Schwimmbad eine dringende Notwendigkeit sei. Er könnte dann auch die Stadt Landau besser in der Fremdenverkehrswerbung verkaufen als eine Kreisstadt ohne Schwimmbad. In der Stadtratssitzung vom 20. Januar 1958 wurde der einstimmige Beschluss gefasst noch im laufenden Jahr mit dem Bau eines Freibades zu beginnen. Als Planer wurde der Architekt Max Goller aus Gernsbach ausgewählt.

Pünktlich zum Beginn der Badesaison 1959 konnte das Freibad Landau eingeweiht werden.

Sommer 1959/60

Das Freibad vor der offiziellen Eröffnung am 14. Juni 1959. (Foto: Archiv Söltl)

Mit der Freibaderöffnung am 14. Juni 1959 begann für Landaus Bevölkerung und speziell die sportbegeisterte Jugend eine neue Zeitrechnung. Die Landauer nahmen das attraktive Freizeitangebot von Anfang an gerne an und stürmten es geradezu an heißen Sommertagen. Es entwickelte sich schnell zu dem Jugendtreff schlechthin. Das Wirtschaftswunder mit seinem Hauch von Komfort und Luxus hatte mit dieser städtischen Einrichtung endgültig auch die Bergstadt erreicht und ein Zeichen gesetzt.

Wir befinden uns um 1960 in einer Zeit, als gerade auch Uschi Glas ein frischer, unternehmungslustiger Landauer Teenager war. Sie war eine von vielen jungen und hübschen Mädchen, die sich gern mit der Clique jeden Nachmittag im Bad trafen und hinten am Zaun, da, wo schon Büsche gepflanzt waren, ihre Decke ausbreitete und jugendlichen Tagträumen nachhing.

Das Bad heute

Das Landauer Bad hat schon was für sich. Es gibt zwei Schwimmbecken, eins für Schwimmer und eins für Nichtschwimmer. Dazu kommt der bis zu drei Meter hohe Sprungturm. Im Jahre 2002 wurde das Bad mit einer 75 Meter langen Wasserrutsche um eine weitere beliebte Attraktion bereichert.

Wer Sonne pur liebt, findet auf den großzügig angelegten Liegewiesen bestimmt sein Plätzchen. Wer es schattiger will, lässt sich gewiss unter einem der weit ausladenden Laubbäume nieder. Junge Mütter mit Babys und Kleinkindern versammeln sich beim Planschbecken. Auch ein gut geführtes Kiosk mit Eis, Kaffee, Kuchen, Süßigkeiten und kühlen Getränken gehört seit jeher zum Freibad. Für anspruchsvolle Freibad-Besucher sind die Wasserqualität und die Gepflegtheit der Anlage sowie die hygienischen Verhältnisse in Garderoben und im WC ein wichtiges Kriterium für einen Bade-Hochgenuss. Gerade darauf legt die Stadt Landau als Betreiber seit nunmehr einem halben Jahrhundert einen großen Wert.

Viel zur Beliebtheit des Landauer Freibads trug und trägt auch seine gute Erreichbarkeit bei. Es ist fußläufig sowohl von der Oberen als auch von der Unteren Stadt und besonders vom Stadtteil links der Isar leicht zu erreichen. Bequeme Autofahrer finden nahe Parkmöglichkeiten. Die größten Landauer Schulen befinden sich in unmittelbarer Nähe. Optimale Voraussetzungen für eine hohe Akzeptanz bei Jugendlichen.

Öffnungszeiten

Von Mitte Mai bis Mitte September (je nach Witterung) ist das Bad täglich geöffnet von 09:00 bis 20:00 Uhr.

Kontakt

Internet: www.freibad.landau-isar.de

Literatur

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