Frauenau

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Frauenau
Das Wappen von Frauenau


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 616 m
Fläche: 60,14 km²
Einwohner: 2.767 (30. Juni 2011)
Postleitzahl: 94258
Vorwahl: 09926
Kfz-Kennzeichen: REG
Website: www.frauenau.de
Erster Bürgermeister: Herbert Schreiner (SPD)

Frauenau ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen im Bayerischen Wald und staatlich anerkannter Erholungsort.

Das Rathaus

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Gemeinde liegt an der Glasstraße und teilweise im Nationalpark Bayerischer Wald, am Fuße des Rachels. Auf dem Gemeindegebiet liegt die Trinkwassertalsperre Frauenau, die zur zentralen Versorgung großer Teile Ostbayerns mit Leitungswasser errichtet wurde. Der Ort befindet sich etwa 7 km östlich von Zwiesel, 22 km nördlich von Grafenau sowie 16 km von der Kreisstadt Regen entfernt und besitzt einen eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Zwiesel-Grafenau.

Ortsteile

Zum Gemeindegebiet gehören die Ortsteile Althütte, Altposchingerhütte, Flanitz, Flanitzalm, Flanitzmühle, Frauenau, Glaserhäuser, Linden, Lüftenegg, Oberfrauenau, Oberlüftenegg, Reifberg, Schachten, Zell und Zwieselau.

Geschichte

Gründung

Im Jahr 1324 zog der selige Hermann, ein Laienbruder des Klosters Rinchnach, von Sankt Hermann bei Bischofsmais an den Nordhang des Flanitztales und erbaute sich dort eine schlichte Zelle. Nach Hermanns Tod 1326 ließ Erbhofmeister Hartwig von Degenberg 1331 etwas unterhalb der Zelle im Flanitztal eine hölzerne Kapelle für ein als wundertätig beschriebenes Bild der Muttergottes (Pietà) erbauen und nannte den Talgrund Unserer Lieben Frauen Au. 1341 erhielt Hartwig von Degenberg diese Frauenau und ein großes Gebiet rundum von Kaiser Ludwig dem Bayern als Schenkung. 1342, ein Jahr später, übereignete Hartwig diese Schenkung an das Kloster Rinchnach. Bereits 1396 wurde der Grundstein für eine Kirche aus Stein gelegt, deren Erbauung 1420 vollendet war. Im gleichen Jahr stellte ein Hans Ernst, derzeit Glaser auf dem Frauenberg eine Urkunde über den Verkauf eines eigenen Grundstückes aus. Er hat vermutlich das Glas für die schmalen gotischen Kirchenfenster hergestellt.

Pfarrei

Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Frauenau Foto: Waldgeist 2/2008

Bereits 1352 war Frauenau zur Pfarrei erhoben worden und es gab zwei Priester, für deren Unterhalt ein Pfarrwiddum, ein Hofgebäu, ein landwirtschaftliches Anwesen sorgte. In Verbindung mit den Geistlichen und dem Gotteshaus, das sich zu einer vielbesuchten Wallfahrtsstätte entwickelte, lebten bis zur Säkularisation in Frauenau nur die Hilfskräfte für die kleinen Anwesen über die Häng verstreut.

Kirchbau

1767 wurde die heutige Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, eine der schönsten Rokokokirchen des Bayerischen Waldes, fertiggestellt. Auf die Einweihung der Kirche geht heute noch die alte Tradition der Auerer Kirwa zurück, die alljährlich am 3. Augustsonntag abgehalten wird.

Säkularisation

Nach der Säkularisation des Jahres 1803, durch den Übergang des kirchlichen Grundbesitzes an den Staat, entwickelte sich Frauenau rasch zu einem großen Ort. Der Staat gab gerne und preiswert Hausbesitz der Kirche und Grundstücke für Neubauten in private Hand.

Glashütten

Die Glashütte Gistl

Prägend für den Ort wurde vor allem die Glasindustrie. Bereits 1420 wurde in Althütte die erste Glashütte gegründet. Im Jahre 1605 erwarb Paulus Poschinger von Zwieselau die Glashütte in Oberfrauenau, die seither im Besitz der Familie Poschinger war.

Um 1825 erbaute Georg Benedikt von Poschinger in der Nähe des Herrenhauses eine neue Glashütte, die sogenannte Neuhütte. Am 16. August 1860 brannte diese Hohlglasfabrik ab. Um 1835 erbaute Johann Michael von Poschinger am Nordostrand von Oberfrauenau eine Spiegelglashütte nebst Spiegelschleiferei. Nach der Umstellung auf Hohlglas wurde hier bis 1893 Glas hergestellt. 1848 nahm die Moosauhütte in (Unter-) Frauenau den Betrieb auf. Diese Hütte (Poschingerhütte, Glashütte Poschinger) existiert heute noch.

1923 gründete Isidor Gistl in Frauenau die Gistl-Glashütte, nachdem er als Pächter zuvor den Betrieb der Moosauhütte erfolgreich ausgebaut hatte. Nach dem 2. Weltkrieg gründete Valentin Eisch mit der Eisch-Hütte die dritte Glasproduktions-Stätte des Ortes.

Glasmuseum

Das Glasmuseum

1975 eröffnete Erwin Eisch das Glasmuseum Frauenau als ein kleines, kommunales Spezialmuseum, das die jahrhundertealte Glasmachertradition des Grenzortes im Bayerischen Wald ebenso reflektieren sollte wie die Rolle Frauenaus als Treffpunkt von internationalen Glaskünstlern und Kunstpublikum. Seit der Wiedereröffnung im Jahr 2005 präsentiert sich das Glasmuseum – sozusagen antizyklisch zu den Abstiegstendenzen der regionalen Handglasindustrie – neu konzipiert in einem ambitionierten Neubau.

Gemeindewappen

Seit 1958 hat die Gemeinde ein eigenes Wappen. Dem Gemeinderatsbeschluss stimmte das Bayerische Staatsministerium des Innern mit Ministerialentschließung vom 21. Januar 1958 zu. Der rote Lindenzweig ist eines der historischen Wappenbilder der 1602 ausgestorbenen Reichsfreiherren von Degenberg, die eng mit der Entstehung und vor den Freiherren von Poschinger mit dem Aufblühen der Gemeinde als bedeutendem Glashüttenstandort verbunden waren. Der Lindenzweig wurde früher auch als "Staude" bezeichnet und ist durch Siegel der Degenberger seit dem 14. Jahrhundert belegt.

Politik

Bürgermeister

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

Sehenswürdigkeiten

Tourismus

Projekt "Tierisch Wild"

Am 1. Januar 2009 fiel der Startschuss für das über Interreg geförderte Projekt "Tierisch Wild", eine Kooperation von Naturschutz und Tourismus. 13 bayerische und neun böhmische Gemeinden, sowie die Nationalparke Bayerischer Wald und Sumava haben sich zusammengeschlossen, um die Stärken der Nationalparkregion optimal zu nutzen und miteinander zu kombinieren.
Patentier der Gemeinde ist der Wanderfalke.

Wirtschaft

Bildung und Erziehung

Vereine

Verkehr

Literatur

Weblinks


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Wappen Landkreis Regen.png

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