Franz Xaver Eder
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Dr. Franz Xaver Eder (* 4. November 1925 in Pfarrkirchen) war von 1984 bis zu seinem Amtsverzicht im Jahr 2001 der 83. Bischof von Passau. Sein Wahlspruch als Bischof lautet: „Im Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“. Nach Franz Xaver Eder ist auch der Bischof-Eder-Fonds benannt.
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Leben und Wirken
Jugend & Ausbildung
Eder besuchte von 1932 bis 1943 die Volks- und Realschule in Pfarrkirchen, sowie das Gymnasium in München. Mit 17 Jahren musste er zum Arbeitsdienst und in den Krieg. Der 19-jährige geriet bis 1948 in russische Gefangenschaft. Die Erfahrung von Menschenverachtung, Leid und Tod traf mit der Überzeugung, dass das Wollen Gottes mit den Menschen in der Kirche zu Hause ist, zusammen und festigte seinen Entschluss, Priester zu werden.
1949 nahm Eder das Theologiestudium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Passau auf und wurde am 29. Juni 1954 von Bischof Simon Konrad Landersdorfer im Dom St. Stephan zum Priester geweiht. Im gleichen Jahr wurde er Seminarpräfekt in St. Valentin, 1961 folgte die Ernennung zum Domvikar und zum Sekretär des Generalvikars. 1968 bis 1978 war er Regens des Priesterseminares St. Stephan. Mit Wirkung zum 1. Januar 1974 wurde er in das Domkapitel berufen.
Als Bischof
Am 6. Mai 1977 ernannte ihn Papst Paul VI. sowohl zum Titularbischof von Villa Regis als auch zum Weihbischof von Passau. Am 16. Juli 1977 wurde Eder im Passauer Dom konsekriert. Er übernahm das Amt des Dompropstes (bis 1984). Weil er im Laufe seiner Dienstzeit viel mit jungen Leuten zu tun hatte und sich für die Jugend engagierte, wurde er zugleich Jugendreferent des Domkapitels.
Am 26. Januar 1984 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof-Koadjutor für Bischof Antonius Hofmann mit dem Recht der Nachfolge. Laut Kirchenrecht tritt die Nachfolge mit der Annahme des Rücktritts des Vorgängers in Kraft. Am besagten Tag – es war der 15. Oktober – fuhr Eder mit Bischof Hofmann zusammen morgens nach Altötting, sie feierten dort die Heilige Messe. Auf dem Heimweg nach Passau kehrten sie noch zum Mittagessen ein. „Um 13:05 Uhr haben sie in den Nachrichten im Autoradio vermeldet, dass Bischof Antonius zurückgetreten ist. Damit war ich in aller Stille der neue Bischof geworden“, so Eder. Der Betrieb ging dann nahtlos weiter, der Nachmittag wurde mit dem Einrichten seines Büros verbracht. Gut einen Monat später, am 24. November 1984, erfolgte die offizielle feierliche Amtsübernahme.
Bischof Eder war Mitglied der Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste, sowie Beauftragter der Bischofskonferenz für die Kontakte zu den Ostkirchen. Nach Vollendung des 75. Lebensjahres am 4. November 2000 hat Eder entsprechend den kirchenrechtlichen Vorgaben Papst Johannes Paul II. seinen Rücktritt aus Altersgründen angeboten. Am 8. Januar 2001 wurde der Rücktritt angenommen und in Rom offiziell veröffentlicht. Eder führt seither den Titel „Altbischof“.
Im Ruhestand
Am Abend des 28. März 2008 wurde Eder bei einem Unfall leicht verletzt. Er war – gemeinsam mit seiner um ein Jahr jüngeren Schwester Adelgunde – auf dem Nachhauseweg von einem Bekanntenbesuch mit seinem Audi A3 aus unbekannter Ursache im Einmündungsbereich der Jakob-Endl-Straße mit dem Schießstattweg von der Strecke abgekommen und gegen eine Gartenmauer geprallt. Sowohl der Altbischof als auch seine Schwester wurden ins Klinikum Passau eingeliefert. Eder konnte nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden, seine Schwester wurde zur Beobachtung stationär aufgenommen. Am Wagen entstand Totalschaden in Höhe von 1.500 Euro.
2010 wurden seine Memoiren, aufgezeichnet von Uschi und Werner Friedenberger, unter dem Titel „Gemeinsam unterwegs“ veröffentlicht.
Auszeichnungen
- Dr.theol.h.c. der Universität Passau
- Bayerischer Verdienstorden
- Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
- Ehrenbürger der Stadt Altötting (2001)
- Ehrenbürger der Stadt Pfarrkirchen
Publikationen
- Uschi und Werner Friedenberger: Gemeinsam unterwegs. Verlag Passauer Bistumsblatt, 2010, ISBN 3 98130 942 1
Literatur
- Michael Oswald: Er hatte einen Schutzengel! In: Am Sonntag vom 30. März 2008 (S. 4)
- Stefan Rammer: Wie wir Deutschland aufbauten. In: Passauer Neue Presse vom 21. Mai 2009 (S. 3)
- Laura Lugbauer: Vor 25 Jahren wurde Franz Xaver Eder Bischof. In: Passauer Neue Presse vom 30. Oktober 2009 (S. 21)
- Stefan Rammer: „Der liebe Gott hilft meist durch andere.“ In: Passauer Neue Presse vom 21. November 2009 (S. 8)
- Sandra Hatz: Empfang mit Herz für einen Bischof der Herzen. In: Passauer Neue Presse vom 6. November 2010 (S. 29)
- PNP: Altbischof Eder: Als Kaplan wie „ein König“. In: Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 25. November 2010 (S. 23)
- Raimund Meisenberger: „Was von mir bleiben soll, lege ich in Gottes Hand.“ In: Passauer Neue Presse vom 26. November 2010 (S. 7)
Weblinks
| Vorgänger Antonius Hofmann | Regens des Priesterseminars 1968 bis 1978 | Nachfolger Johann Wagenhammer |
| Vorgänger Emil Janik | Dompropst von Passau 1977 bis 1984 | Nachfolger Anton Geyer |
| Vorgänger Antonius Hofmann | Bischof von Passau 1984 bis 2001 | Nachfolger Wilhelm Schraml |

