Energiespeicher Riedl

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Blick auf die Donau: Etwa 250 Meter hinter der Ortschaft Jochenstein (rechts) flussabwärts ist der Bau für die Wasserentnahme bzw. den Wassereinlauf geplant.
Eine Übersicht zeigt die Lage des geplanten Projektes.
Der Querschnitt zeigt, dass der geplante Wassertunnel bis zu 300 Meter hinter den Donauhängen verlaufen soll.
Ein Blick auf die Donau bei Engelhartszell. Da der „Stauraum“ des Kraftwerks Aschach als Unterbecken für den Energiespeicher dienen soll, waren auch mehrere Fachstellen aus Oberösterreich im Rahmen des Raumordnungsverfahrens gefragt. (Foto: Riedlaicher)

Der Energiespeicher Riedl (auch als Pumpspeicherkraftwerk Riedl bezeichnet) ist ein Pumpspeicherkraftwerk, das die Donaukraftwerk Jochenstein AG (DKJ) als Projektträger nahe der Ortschaft Riedl in der Gemeinde Untergriesbach (Landkreis Passau) plant. Eigentümer der DKJ ist die Verbund AG.

Dem Projekt zufolge soll in einer Senke zwischen den Ortschaften Riedl und Gottsdorf ein 4,2 Millionen Kubikmeter Wasser fassender Speichersee entstehen, der als Energiespeicher dient. Das Wasser stammt aus der nahen Donau und wird in Zeiten niedrigen Stromverbrauchs den Berg hochgepumpt. Wenn der Energiebedarf hoch ist, wird es abgelassen und so wieder Strom erzeugt. Sowohl Leitungen als auch Kraftwerk liegen unter der Erde. Der ursprüngliche Baubeginn sollte 2014 sein, Fertigstellung 2018. Mit 350 Millionen Euro Kosten (Preisbasis 2009), vier Jahren Bauzeit und 300 Megawatt Leistung wäre es das größte private Bauvorhaben in Ostbayern auf Jahrzehnte. Seit 2012 läuft das Planfeststellungsverfahren beim dafür zuständigen Landratsamt Passau. 2014 hat das Amt weitere Gutachten und Untersuchungen zum Projekt angefordert. Es geht unter anderem um den Fischschutz, um Umweltschutz und Spiegelschwankungen auf der Donau durch den Pumpbetrieb. Im Herbst 2014 will die DKJ die geforderten Papiere im Landratsamt einreichen. Ab dann soll das Verfahren noch zwei Jahre laufen. Erst 2016 wird über den Bau von Riedl entschieden.

Ein Krafthaus am Energiespeicher Riedl wird die Kraftstation mit den Maschinensätzen auf dem Gelände des bestehenden Laufwasserkraftwerks Jochenstein beherbergen und ist Teil des Energispeichers Riedl.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Karte zeigt die Lage des Projektes. (Grafik: Bircheneder)

Frühere Pläne

Die Geschichte des „Pumpspeicherwerks Riedl“ geht Jahrzehnte zurück. Schon in den 1970er Jahren hatte die Rhein-Main-Donau AG das Projekt geplant. Damals wäre die Stauseefläche 45 Hektar groß gewesen, die Anwohner des kleinen Ortes hätten eine 30 Meter hohe Staumauer vor die Nase bekommen. Bei Bürgerversammlungen hatte es wilde Wortgefechte und tumultartige Szenen gegeben. Anfang der 1980er Jahre hatten die Projektanten das „Pumpspeicherwerk“ nach scharfen Protesten von Naturschützern ruhen lassen, aber eben nie ganz. Denn die Rhein-Main-Donau hatte für viele Millionen Mark schon die entsprechenden Grundstücke gekauft und den Besitzern hohe Beträge gezahlt. Ungefähr 80 bis 85 Prozent der Grundstücke befinden sich nach Schätzungen der Dorfbewohner bereits in der Hand der DKJ.

2010 kommt es zu einem neuen Anlauf, diesmal mit der DKJ. Alle Pläne laufen unter dem neuen Namen „Energiespeicher Riedl“. Betont wird auch, dass die nun geplante Anlage sich stark vom in den 1980er Jahren gescheiterten Stauwerk unterscheide. Von einer „abgespeckten Version“ ist die Rede, von verbesserter Technik, wesentlich geringerer Staufläche und einer niedrigeren Staumauer. Außerdem verweist man darauf, dass alle Anlagen unterirdisch verlegt würden, von der Anlage also kaum etwas zu sehen wäre, vom Speichersee abgesehen.

Das Speicherkraftwerk solle einen wichtigen Baustein zur nachhaltigen Energieversorgung in Bayern und Oberösterreich darstellen. Das Projekt werde auf der Basis neuester technischer Entwicklungen und der regionalökologischen Rahmenbedingungen völlig neu konzipiert und unterscheide sich damit wesentlich vom Speicherkraftwerk, das in den 1970er/1980er Jahren geplant wurde. „Wir sprechen hier von einem neuen und kleiner ausgelegten Projekt, das nicht mit dem Altprojekt zu vergleichen ist“, teilte die DKJ mit.

Vorbilder

Speicher- oder Kavernenkraftwerke werden vor allem da gerne gebaut, wo nicht genügend Platz zur Verfügung steht – etwa in engen Tälern wie jetzt im Donautal –, oder aus Umweltschutzgründen, um das Landschaftsbild nicht zu beeinträchtigen. Das erste Kavernenkraftwerk der Welt entstand 1898 im US-Bundesstaat Washington bei Snoqualmie und ist immer noch in Betrieb. Doch schon das zweite Kavernenkraftwerk wurde in Deutschland gebaut: Im Drei-Brüder-Schacht errichtet, gehörte es zum Revierelektrizitätswerk Freiberg und war vom 24. Dezember 1914 bis zum 10. Juli 1972 in Betrieb. Dann wurde es stillgelegt.

Ein neues Pumpspeicherwerk ist derzeit auch im Südschwarzwald geplant. Die Deutsche-Energie-Agentur GmbH (dena) befürwortet in einem Gutachten den von der Schluchseewerk AG geplanten Bau. „Deutschland braucht Stromspeicher“, sagt dena-Geschäftsführer Stephan Kohler: „Wind- und Solaranlagen richten sich nicht danach, wann Strom genutzt wird, sondern wann Sonne scheint oder Wind weht.“

In Deutschland gibt es Kavernenkraftwerke unter anderem bereits

Auch in Österreich, in der Schweiz, in Norwegen und in Neuseeland arbeiten Kavernenkraftwerke.

Im Juni 2010 machte sich der Gemeinderat Untergriesbachs auf den Weg ins Edertal in Nord-Hessen. Bevor über das Pumpspeicherwerk in Riedl entschieden wird, wollen sich die Mitglieder des Gremiums umfassend informieren. Ein Teil des Informierens stellt auch der Besuch des Pumpspeicherwerks Waldeck II in der Nähe von Kassel dar. Das Pumpspeicherwerk im Edertal ist vergleichbar mit dem geplanten Werk in Riedl. Das Speicherbecken dort umfasst 4,6 Millionen Kubikmeter, in Riedl ist ein 4,3 Millionen Kubikmeter Becken geplant. Die Gesamtleistung in Kassel beträgt 440 Megawatt, Riedl soll 300 Megawatt produzieren. Nach Aussage der Waldeck-Betreiber habe es in den ganzen 36 Jahren Laufzeit nie Probleme mit Mücken und Gerüchen gegeben, was den Untergriesbachern Sorge bereitete. Noch einmal wurde betont, dass das Pumpspeicherwerk nicht gesehen, gehört und gespürt werden würde. Auch Erschütterungen sind ausgeschlossen, da das Werk 300 Meter in den Berg in kompakten Fels eingebaut wird. Nur in einem Punkt unterscheiden sich die beiden Standorte. Im Edertal liegt in unmittelbarer Nähe des Oberbeckens ein Ausflugslokal, jedoch keine Ortschaft, wie es beim Energiespeicher Riedl der Fall wäre. Deshalb soll ein weiteres Werk besichtigt werden, das diesen Punkt ebenfalls erfüllt.

Erste Schritte

Im November 2010 hat die Regierung von Niederbayern das Raumordnungsverfahren für den geplanten Bau des Pumpspeicherkraftwerks eingeleitet. Dabei wurde unter anderem geprüft, wie sich der Pumpspeicher auf die Natur, die Landwirtschaft, die benachbarten Siedlungen und die Wirtschaft in der Region auswirken würde, und ein Tourismuskonzept gefordert. Ergebnis war die landesplanerische Beurteilung, die grundsätzlich positiv ausfiel. Seit 2012 läuft nun das Planfeststellungsverfahren beim dafür zuständigen Landratsamt Passau. 2014 sollte das Verfahren eigentlich abgeschlossen sein und 2015 mit dem Bau begonnen werden, doch das Amt hat weitere Gutachten und Untersuchungen angefordert. Geprüft werden unter anderem der Fischschutz, Umweltschutz und die Spiegelschwankungen der Donau durch den Pumpbetrieb. Die DKJ will die geforderten Papiere im Herbst einreichen und ab dann wird das Verfahren vorraussichtlich noch zwei Jahre laufen.

Bohrarbeiten

Bohrarbeiten im oberen Bereich bei Gottsdorf. (Foto: Riedlaicher)

Seit August 2011 steht fest, dass die DKJ die Wasserentnahme und -rückgabe für den Energiespeicher Riedl nun flussaufwärts plant, also oberhalb des Kraftwerks Jochenstein. Für das kommende Planfeststellungsverfahren braucht es weitere Untersuchungsbohrungen im Projektgebiet. Diese Bohrungen begannen am Montag, den 22. August 2011 und dauerte bis bis April 2012. Das Bohrprogramm sollte zeigen, wie der Boden aussieht auf der Strecke des unterirdischen Triebwasserstollens zwischen Oberbecken und Donau in der neuen Variante.

Die Ergebnisse dieser Bohrungen sind in die Unterlagen für die Planfeststellung eingeflossen, die die DKJ im September 2013 beim Landratsamt Passau als zuständiger Genehmigungsbehörde abgeliefert hat. Die Bohrungen haben laut Projektleiter Dr. Dominik Mayr von der DKJ auch keine Überraschungen gebracht. „Es handelt sich fast durchweg im Gelände und an den Hängen um einen kompakten Granit-Gneis-Verbund, sehr hartes Gestein, für Vortrieb und Bauarbeien sehr gut geeignet.“ Zudem wird mit technischen Verfahren an hundert ausgewählten Stellen die Dichte des Gesteins unter hoher Belastung getestet.

Gemeinderat und Kreisrat

Der Untergriesbacher Gemeinderat hat am 7. Februar 2011 mit einem einstimmigen Beschluss seine Sicht zum geplanten Energiespeicher in Riedl verabschiedet. Es ging hier nicht um ein Ja oder Nein zum umkämpften Projekt. Beschlossen haben die 20 Markträte vor zahlreichen Zuhörern im Sitzungssaal ein 19-seitiges Papier. Dessen Tenor lässt sich als ein „Ja, aber“ beschreiben. Drei Arbeitsgruppen aus dem Gemeinderat haben jeweils mehrere Tage an dem Papier gearbeitet, das im laufenden Raumordnungsverfahren zusammen mit den eingegangenen Einwänden von Anwohnern und weiteren Bürgern an die Regierung weitergeschickt wird. In der Essenz signalisieren die Gemeinderäte ihre Zustimmung zu einem Pumpspeicher, nennen dafür aber klare Bedingungen, welche die Betreiber erfüllen müssen. Unter anderem sind dies ein eine klare Aussage zum Schutz des Eigentums und zu den entsprechenden Ausgleichsleistungen, finanzielle Entschädigungen sowie ein gestalterisches Mitspracherecht bei der Planung des Seeumfelds für die Anwohner.

Am 28. Februar 2011 stimmte der Kreistag im Rahmen des Raumordnungsverfahrens darüber ab, wie er das geplante Pumpspeicherwerk in Riedl bewertet. Schon im Vorfeld wurde eine klare Zustimmung erwartet, da ein entsprechendes Signal von den beiden Kreistags-Ausschüssen für Tourismus und Umwelt am 31. Januar 2011 in einer gemeinsamen Sitzung in Kellberg gegeben worden war. Zurecht: Die Vertreter aller anderen im Kreistag vertretenen Gruppen sagten Ja zu den Plänen, falls die Betreiber die Interessen der Anwohner entsprechend berücksichtigen und die Eingriffe in die Natur möglichst gering halten oder diese durch entsprechende Maßnahmen ausgleichen. Die Kreisräte verweisen auf den Spitzenplatz des Landkreises beim Thema Photovoltaik. Für das glaubwürdige und nachhaltige Nutzen der erneuerbaren Energieträger sei es unverzichtbar, „entsprechende Speicherkapazitäten“ zu schaffen, folgern sie im Beschluss. Der Beschluss der Ausschüsse fordert Rücksichtnahme auf die Belange der Natur und der Anwohner. Die Zustimmung gilt mit dem Vorbehalt, dass die negativen Auswirkungen auf den Naturraum möglichst begrenzt werden und auch die Existenz der bäuerlichen Betriebe gesichert wird.

Raumordnungsverfahren

Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens prüfte die Regierung von Niederbayern unter anderem, wie sich der Bau auf Natur, Landwirtschaft, benachbarte Siedlungen und Wirtschaft in der Region auswirken würde. In diesem Verfahren habe die Regierung 41 öffentliche Stellen beteiligt, darunter Betroffene, Kommunen, Behörden und Verbände, wovon 31 geantwortet haben. Daneben seien viele Stellungnahmen von Privatpersonen eingegangen. Von der Regierung werden die Stellungnahmen ausgewertet und inhaltlich zusammengefasst. Sie fließen in die landesplanerische Beurteilung ein, wenn sie Aspekte betreffen, die im Raumordnungsverfahren relevant sind.

Nach nur neun Monaten beendete die Regierung von Niederbayern das Raumordnungsverfahren am 1. August 2011. Nun kann im Rahmen der eigentlichen Planfeststellung die konkrete Bauplanung des Projekts beginnen. Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) lobte alle Beteiligten für ihr hohes Tempo. „Riedl wird etwa 2019 fertig werden“, sagte Zeil. Ob dies durch die Verzögerung des Planfeststellungverfahrens und durch die wirtschaftliche Lage der Fall sein wird, ist noch unklar.

Die DKJ bekommt jedoch Auflagen für ihr 350-Millionen-Euro-Projekt. Insgesamt 28 Änderungen muss sie vornehmen, darunter die Verlegung des Ein- und Auslaufbauwerks. Nur wenn diese umgesetzt würden, entspreche das Vorhaben den Erfordernissen der Raumordnung.

Planfeststellung

Das Planfeststellungsverfahren läuft offiziell seit September 2012. Die DKJ hatte die Auflagen dabei erfüllt und die Antragsunterlagen für das Verfahren beim zuständigen Landratsamt eingereicht. Es wurde erwartet, dass sich das Planfeststellungsverfahren über einen Zeitraum von eineinhalb bis zwei Jahren erstrecken wird und 2014 abgeschlossen ist. Doch das das Amt hat 2014 weitere Gutachten angefordert. Die DKJ will diese voraussichtlich im Herbst einreichen. Ab dann soll das Verfahren noch zwei Jahre laufen und 2016 wird darüber entschieden, ob es zum Bau kommt. Trotz der Aussagen von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, die sich gegen den Bau neuer Pumpspeicher ausgesprochen hat, wird seitens der Verbund AG ganz normal an dem Projekt weiter geplant. Sollte 2016 die Genehmigung erfolgen, ergibt sich als nächstes wesentliches Hindernis die Prüfung der wirtschaftlichen Vorraussetzungen.

Zunächst müssen Landratsamt und Fachbehörden die Unterlagen auf Vollständigkeit prüfen, im Anschluss wird die Planfeststellungsbehörde die öffentliche Auslegung der Unterlagen in den Gemeinden Obernzell und Untergriesbach veranlassen, die das Projekt unmittelbar berührt. So sollen die Einwände betroffener Bürger berücksichtigt werden.

Der Schwerpunkt der Antragsunterlagen liegt beim Nachweis der Umweltverträglichkeit mit Fachgutachten. Die Gewässerexperten haben haben dafür auf rund 170 Kilometern Uferlänge die Flora und Fauna im und um den Fluss analysiert.

Für die Gestaltung läuft ein Architektenwettbewerb, um die neuen Gebäude in das Umfeld, die anrainenden Gebäude und das Haus am Strom gut einzubinden. Auf die Kosten haben die neuen Pläne nach Angaben der Betreiber keine Auswirkungen.

Funktionsweise des Energiespeichers: Überirdisch Speichersee, unterirdisch Kraftwerk.

Funktionsweise

Speichersee (1)

Der Nutzinhalt des Speichersees soll 4,24 Millionen Kubikmeter betragen. Er würde in einer Geländemulde zwischen den Orten Gottsdorf und Riedl gebaut und mit Wasser aus der Donau gespeist. Das würde nach oben gepumpt, wenn aus regenerativen Energiequellen zu viel Strom im Netz ist. Die Seefläche käme auf 24 Hektar. Der Wasserspiegel schwankt maximal um 20 Meter. Denn wenn Sonne oder Wind als Energie-Erzeuger ausfallen und somit weniger Strom geliefert wird, könnte als Alternative Wasser aus dem See abgelassen und somit Energie rasch ins Stromnetz eingespeist werden. Das ist hocheffizient und hochprofitabel.

Wegen der Schwankung dürfte man den See auch auf keinen Fall betreten, deshalb wird er mit einem Zaun geschützt. Zwei „Ringe“ sollen den See umgeben. Der erste wäre ein ökologisches Feuchtbiotop mit Bachwasser, der zweite bestünde aus einem Geh- und Radweg. Der Damm soll flach zur Ortschaft hin abfallen. Der Speichersee wäre am Ende der einzige Teil des Pumpspeicherwerks, der zu sehen wäre.

Ein- und Auslaufbauwerk (2)

Der Stausee würde nie vollständig abgelassen. Ablagerungen am Grund des Sees sollen immer von Wasser bedeckt bleiben, um Geruchsbelästigungen für die Anwohner zu vermeiden. Wo später das untere Ein- und Auslaufbauwerk entsteht, wird auch mit den unterirdischen Bauarbeiten begonnen. Und von hier wird auch der Abraum per Schiff entsorgt.

Schrägschacht (3)

Der Schacht über 510 Meter durch den Hang zum Turbinenhaus im Berg ist mit einem Innendurchmesser von vier Metern geplant. Er würde mit großem technischen Aufwand in den Berg gefräst. Es wird beim Schachtbau auch keine Sprengungen geben. Auch die Wasserzu- und -ableitungen laufen ebenso vollkommen unter der Erdoberfläche. Das soll sicherstellen, dass die Anwohner vom Pump- und Turbinenbetrieb nichts hören.

Kraftstation (4)

In einem Maschinenhaus auf dem Betriebsgelände des schon bestehenden Donaukraftwerks Jochenstein werden neben den zwei Pumpen zwei Turbinen mit jeweils 150 Megawatt Leistung untergebracht, in die das Wasser vom Speichersee bei einer Fallhöhe von rund 340 Metern geleitet wird. Die 300 Megawatt Leistung des Kraftwerks entsprechen etwa 150 großen Windkraftanlagen. Eindeutig äußerten sich die Betreiber zu einer Streitfrage, bei der für Atomkraftgegner das Projekt von vornherein indiskutabel würde: Beim Hochpumpen des Wassers werde „mit absoluter Sicherheit“ ausgeschlossen, dass Atomstrom zum Einsatz komme. Der Pumpstrom komme ausschließlich aus benachbarten Wasserkraftwerken.

Ein- und Auslaufbauwerk (5)

Auf dem Trenndamm des bestehenden Donaukraftwerks Jochenstein wird das Ein- und Auslaufbauwerk errichtet, durch das das Wasser der Donau entnommen und wieder zurück gegeben wird. Dieses ließe sich als Strom-Batterie nutzen.

Fischwanderhilfe (6)

Insgesamt sind mehrere Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in den Naturhaushalt vorgesehen. Eine davon ist die Fischwanderhilfe, ein künstlich angelegtes Gewässer, in dem Fische am Kraftwerk vorbei stromaufwärts schwimmen könnten. Es wird sehr naturnah gestaltet, mit zahlreichen Ruheräumen für die Fische und einem attraktiven neuen Lebensraum. Weitere Naturschutzmaßnahmen wären beispielsweise neue Biotope beim Speichersee.

Zeitplan

Im April 2010 erfolgte eine Machbarkeits-Studie, das Gelände wurde beflogen, kartiert und mit beginnender Vegetation wurden auch Flora und Fauna begutachtet. Nach dem Zeitplan des Projektträgers, der DKJ, begann 2011 die sogenannte „Behördenphase“, also das Raumordnungsverfahren an der Regierung von Niederbayern und dann im Anschluss das Planfesstellungsverfahren am Landratsamt Passau. Damit beschäftigen sich dann die Wasserrechtsstelle, die Naturschutzbehörde und das Umweltreferat.

Laut Zeitplan der Betreiber sollte das Planfeststellungsverfahren des Landratsamtes bis 2013 abgeschlossen sein, dann wird ab 2014 gebaut. 2018 soll der Pumpspeicher mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 350 Millionen Euro (Preisbasis 2009) in Betrieb gehen. Der Zeitplan hat sich allerdings geändert, da das Landratsamt Passau 2014 weitere Untersuchungen und Gutachten angefordert hat. Diese werden voraussichtlich von der DKJ im Herbst eingereicht. Ab dann soll das Verfahren noch zwei Jahre laufen. 2016 wird letztendlich entschieden, ob das Werk nun gebaut wird oder nicht.


Bei der Präsentation am 10. März 2010 im Haus am Strom in Jochenstein. (Foto: Geisler)

Präsentation der Pläne

Bei einer Bürgerversammlung am 10. März 2010 im Gasthaus „Zum Lang“ in Gottsdorf haben die Projektträger von der DKJ die Pläne erstmals offiziell vorgestellt. Geladen waren die Anwohner aus Jochenstein, Gottsdorf und Riedl.

Maßnahmen zum Schutz der Anwohner

Bei der Präsentation stellten die Projektleiter Dominik Mayr und DKJ-Betriebsleiter Karl Maresch mehrfach heraus, dass alles getan werde, um die Belastungen für die Anwohner gering zu halten. So soll im „Masseausgleich“ gebaut werden, heißt: Das beim Stollenbau ausgefräste Material würde beim Dammbau eingesetzt. Man würde also fast nichts her- oder wegfahren. Zum „Vermeidungskonzept“ gehörten „Sichtschutzpflanzen“ sowie „Reifenwaschanlagen“. Letztere sollen verhindern, dass Baustellenfahrzeuge die Straßen verdrecken. Gleichzeitig würde man den Aushub mit Sprinklern feucht halten, damit kein Staub durch die Landschaft wabert.

Dominik Mayr verwies auch auf eine „Regionalstudie“. Diese solle klären, wie man die Anwohner und Gemeinde dauerhaft entschädigen und fördern könne. Die Betreiber wollen auch dafür sorgen, dass die Häuser weder durch Bau noch durch den Betrieb beeinträchtigt werden. Ziel müsse es sein, dass die Häuser nicht an Wert verlieren. Mayr schloss aus, dass beim Betrieb durch das Ablassen des Wassers Vibrationen zu spüren seien.

Argumente für das Projekt

Die Argumente für das Projekt sind deutlich, da seit Jahren versucht wird, eine Energiewende zu erreichen. Durch die Energiewende würde die Abhängigkeit von der russischen Gasversorgung und von Öl-Scheichs wegfallen und auch die Angst vor Atomunfällen. Mehrfach verwies DKJ-Betriebsleiter Karl Maresch darauf, dass man mit dem Vormarsch von Solar- und Windenergie Speicher brauche, um die Versorgung zu sichern. Mit derartigen Speicherseen könne man die Atomkraft kippen. Kernkraft sei sehr teuer, der Rohstoff dafür sei sehr teuer und die Entsorgung noch teurer. Mit Solar, Wind und Speicher kombiniert würde die Kernkraft unrentabel und wäre am Ende, warb er.

Die Betreiber lockten ferner mit dem Arbeitsplatz-Argument und regionalem Nutzen: Bis zu 500 Arbeiter würden in der Bauphase beschäftigt. 30 Prozent von den Baukosten würden bei Betrieben und Geschäften aus der Region bleiben. Dem entgegnete Dominik Mayr, dass in der Bauphase zwar 300 bis 500 Arbeiter vor Ort werkelten, dass der Betrieb selbst jedoch nur drei bis fünf Arbeitsplätze schaffen würde.

Reaktionen

Das Projekt sei angesichts der Bedeutung von erneuerbaren Energien durchaus verständlich, meint CSU-Landrat Franz Meyer. „Allerdings erwarte ich mir vom Unternehmensträger eine höchstmögliche Transparenz und umfassende Bürgerbeteiligung.“ Angesichts der Baumaßnahmen im Bereich des Naturschutzgebietes Donauleiten müsse man sehr auf die Belange des Naturschutzes achten.

Anlässlich des Besuchs von Wirtschaftsminister Zeil meinte Meyer im August 2011, dass der „Mehrwert bei den Bürgern vor Ort ankommmen“ müsse: „Unabhängig von einer möglichen Gewerbesteuer erwartet der Landkreis, dass der Betreiber langfristig in die Region und ihre Leistungskraft investiert und sich aktiv in das kulturelle und soziale Leben einbringt.“

„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, verriet Untergriesbachs Bürgermeister Hermann Duschl. Ihm sei vollkommen klar, dass die Anwohner das Vorhaben skeptisch sähen. „Auf der anderen Seite bekommen wir als Gemeinde so eine Chance wohl nie mehr.“ Wenn man gegen Atomkraft schimpfe, könne man sich nicht einer solchen alternativen Energie verschließen.

Anti-Atomkraft-Aktivisten begrüßen das Projekt. Ein Problem jedoch ist offensichtlich: Während das Gelände des Speichersees selbst nicht unter Naturschutz steht, würde der Triebwasserweg unterirdisch in einem Hang verlaufen, der zu den wertvollsten Flächen des Naturschutzgebiets Donauleiten zählt. Es steht zu befürchten, dass hierdurch sowie durch die weitreichenden Baumaßnahmen das empfindliche und einzigartige Naturschutzgebiet Donauleiten zu Schaden kommt. Gerhard Albrecht, der Sprecher der atomkritischen „Plattform Temelin“ spricht, ohne auf die Bedenken der Anwohner und Umweltschützer einzugehen, ebenfalls von einem „sinnvollen Unternehmen“. „Beim Umstellen auf erneuerbare Energie braucht man sowas wegen der Stromschwankungen.“ Eine Einschränkung hat Albrecht allerdings. Die Projektanten müssten garantieren, dass nicht auf Umwegen Strom aus Temelin für den Pumpvorgang verwendet wird.

Verständnis für beide Seiten zeigt MdL Eike Hallitzky (Grüne). „Weil erneuerbare Energien nicht gleichmäßig anfallen, brauchen wir Möglichkeiten, Energie zu speichern.“ Weil die Rohre und Leitungen unterirdisch verliefen, fordert er jedoch angesichts der massiven Eingriffe in der Bauphase „erhebliche Kompensationen zugunsten der Natur im Naturschutzgebiet Donauleiten“. Es käme aber entscheidend auf die damit verbundenen Eingriffe in die Natur und die Belastung der Bevölkerung an. Das Fazit von Hallitzky: „Erst nach Prüfung aller Faktoren kann eine Entscheidung gefällt werden, somit stehen die Grünen dem geplanten Projekt ergebnisoffen gegenüber.“ Den aktuellen Vorschlag hält Hallitzky bislang für noch nicht zustimmungsfähig.

Deutlichere Worte findet Karl Haberzettl, der Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz. Er verweist auf ein Gutachten, demnach durch den Bau und Betrieb die Vorkommen der geschützten Äskulapnattern und Smaragdeidechsen in den Donauleiten vernichtet würden. „Ausgerechnet der betroffene Hang gehört zu den wertvollsten Flächen innerhalb des Naturschutzgebiets und ist zudem FFH-Fläche.“ Der Bund Naturschutz fordert von der österreichischen Verbund AG, die Planung des Projekts Riedl einzustellen. Die Akzeptanz und Verträglichkeit, sowie die Rentabilität von neuen Pumpspeicherwerken werden von den Energiekonzernen in Frage gestellt.

Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) besuchte im August 2011 Jochenstein und bezeichnete das Pumpspeicher-Projekt als "absolut sinnvoll" und notwendig für die Energieversorgung.

Positionen der Verbände

Bund Naturschutz

Der Bund Naturschutz (BN) hat sich nach einer Sondersitzung Anfang April 2010 aus naturschutzfachlichen und landschaftsästhetischen Gründen gegen den Bau des geplanten Pumpspeicherwerks Riedl ausgesprochen. Diesen Beschluss hat eine Mehrheit des Bund-Naturschutz-Kreisvorstands in einer Sondersitzung verabschiedet. Die Naturschützer haben sich mit einem eindeutigen Urteil zu diesem Thema schwer getan, wie die kontrovers geführte Diskussion und das knappe Abstimmungsergebnis – eine Stimme Mehrheit – gezeigt hat. Von den anwesenden Vorstandsmitgliedern sprachen sich nach Auskunft eines Beteiligten vier für den genannten Beschluss aus, drei wollten weitere Gutachten abwarten, zwei enthielten sich der Stimme.

Eine klar ablehnende Position vertrat von Anfang an Kreisvorsitzender Karl Haberzettl. Haberzettl beklagt den Eingriff in eines der wertvollsten Naturschutz- und FFH-Gebiete in Süddeutschland sowie die Zerstörung einer altbayerischen Kulturlandschaft rund um Riedl, Gottsdorf und Jochenstein. Als Naturschutzverband müsse der Standort aus der Sicht der nicht ausgleichbaren Schäden abgelehnt werden. Es handle sich um den Lebensraum von zahlreichen extrem seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten, viele davon stünden auf der roten Liste und dieses Gebiet sei als einmalig in Deutschland einzustufen. "Die Donau ist durch das Kraftwerk Jochenstein bereits enorm belastet". Das Leben im Wasser und am Ufer wird durch den ständigen Wechsel des Donauspiegels stark beeinträchtigt. Das Jahr 2010 hätten die Vereinten Nationen zum „Internationalen Jahr der Artenvielfalt“ erklärt. Die Biodiversität nehme weltweit kontinuierlich ab. Nach Schätzungen sterben täglich 130 Arten aus – die Donauleiten sollen, wenn es nach dem Mehrheitsbeschluss des Kreisvorstandes geht, nicht dazu beitragen.

Ein weiteres Gegenargument für das Pumpspeicherkraftwerk: Das Donautal bei Jochenstein und oben bei Riedl würde für zehn Jahre in ein Abbaugebiet verwandelt. Das bedeutet Dauerlärm für die Anlieger und Naturzerstörung durch die Baustelle, die ganz Jochenstein verändern wird und negative Auswirkungen auf die FFH-Gebiete Donau und Donauleiten haben wird. Außerdem verstößt das Projekt gegen elementare Naturschutz- und Wasserrechtsgesetze. Es wäre das erste Pumpspeicherwerk in Deutschland, bei dem ein Flusslauf als Unterbecken diene. Normal sind bei Pumpspeicherwerken Oberbecken und Unterbecken, das Wasser wird im Kreislauf gefahren.

Zudem zweifelt der BN an, dass geplantes Pumpspeicherkraftwerk nur für erneuerbare Energien genutzt wird. Das geplante Pumpspeicherkraftwerk in Riedl soll nach Meinung des BN nur aus einem Grund gebaut werden: zur Veredelung von Atomstrom. Zu diesem Ergebnis kamen die Naturschützer nach Auswertung der im November 2010 veröffentlichten Planungsunterlagen zum Raumordnungsverfahren. Aus energiepolitischen und naturschutzfachlichen Gründen hielt der BN das Pumpspeicherkraftwerk für nicht genehmigungsfähig und forderte im Dezember 2010, das Raumordnungsverfahren auszusetzen.

Die Befürchtung der Naturschützer: Riedl könnte dazu dienen, billigen Nachtstrom aus Kohle- und Atomkraftwerken zwischenzuspeichern, um ihn dann zu Tagesspitzenpreisen zu verkaufen. „In Riedl soll Atomstrom veredelt werden, damit die Energiekonzerne ihre Gewinne maximieren können“, ist sich BN-Kreisvorsitzender Karl Haberzettl sicher. Er schließt auch nicht aus, dass davon ein großer Teil aus dem Atomkraftwerk Temelin kommen soll. Aus den veröffentlichten Planungsunterlagen geht hervor, dass das Pumpspeicherwerk 4,24 Millionen Kubikmeter Wasser speichern können soll. „Bei einem geplanten Auslauf von 100 Kubikmetern Wasser pro Sekunde könnte es demnach zirka zwölf Stunden lang Speicherstrom liefern. Das reicht genau, um billigen Kohle- und Atomstrom zu speichern und teuer zu verkaufen“, erläutert Herbert Barthel, BN-Referent für Energie und Klimaschutz. Mit Hilfe der erneuerbaren Energien, wird in der Zukunft diese Art eines Pumpspeicherkraftwerks nicht mehr benötigt werden. Stattdessen werden Speicher benötigt, die den Strom der Sonne vom Sommer in den Winter speichern, sowie den Windstrom des Herbst durch eine Windkraftanlage in den Februar übertragen. Es wird also eine Speicherdauer von mehreren Monaten von Gebrauch.

Bei einer Pressekonferenz am 9. August 2011 in Passau zeigten sich die Naturschützer enttäuscht vom Ergebnis des Raumordnungsverfahrens, das die Regierung von Niederbayern zusammen mit Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) vorgestellt hatte. Das Mega-Projekt erhielt grundsätzlich grünes Licht. Der DKJ wurden zwar 28 Planungsänderungen auferlegt, doch das stellte den BN nicht zufrieden. Zum Beispiel gehe die landesplanerische Beurteilung nicht darauf ein, mit welchem Strom das Kraftwerk betrieben werden soll. Zudem wurde der grundsätzlichee Nutzen des Projekts infrage gestellt: Laut Regierung von Niederbayern solle das Pumpspeicherwerk über längere Zeiträume Energie speichern und bereitstellen. Die Unterlagen des Raumordnungsverfahrens gäben dies aber nicht her - dort errechne sich aus der Wassermenge des Oberbeckens und dem Ablass durch die Turbinen eine Speicherzeit von nur 11,7 Stunden. Das Kalenderjahr hat 8.760 Stunden.

Der Landesbeauftragte des Bund Naturschutzes, Richard Menger, warf der DKJ darüber hinaus Korruption vor, mit Zuschüssen für ein Feuerwehrauto da und Sponsoring für eine Sprotveranstaltung dort Korruption vor Ort zu betreiben, um das Projekt durchzusetzen.

Bündnis 90/Die Grünen

Heftig diskutiert wurde bei der Grünen-Veranstaltung „Energie der Zukunft“ in Gottsdorf Anfang Mai 2010 über die Pläne zum Bau des Pumpspeicherkraftwerks in Riedl. Aufschluss zu einigen Punkten sollte eine schriftliche Anfrage an die Staatsregierung liefern, die MdL Eike Hallitzky mit seinem Kollegen Ludwig Hartmann als energiepolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion eingebracht hat. Im Mittelpunkt der Anfrage standen insbesondere das Genehmigungsverfahren, die Frage der Zulässigkeit von Enteignungen sowie die Suche nach alternativen Standorten. So erkundigten sich die Abgeordneten nach einem Standortkataster für Pumpspeicherkraftwerke in Bayern. „Sollte als Ergebnis der Anfrage herauskommen, dass in Bayern möglicherweise besser geeignete Standorte existieren, kann das Projekt Riedl genauso schnell wieder eingestampft werden wie es aufgetaucht ist“, erklärte Hallitzky. Die Anfrage wurde, laut Eike Hallitzky abgeschmettert.

Zeitgleich haben die Landkreis-Grünen ein Gutachten im Mai 2010 in Auftrag gegeben, das die naturschutzfachlichen Probleme während des Baus und des Betriebs des Pumpspeicherkraftwerks herausarbeiten soll. Erst wenn umfassende und detaillierte Informationen eingeholt und ausgewertet worden sind, könne eine Entscheidung getroffen werden. Das Gutachten der Grünen im Landkreis Passau wurde Ende Oktober 2010 vorgelegt. In der Zusammenfassung heißt es: „Insgesamt ist festzustellen, dass im Bezug auf Natur- und Umweltschutz sich bayernweit und wohl auch bundesweit kaum ein problematischerer bzw. prinzipiell ungeeigneterer Ort für die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerkes finden lässt als der Bereich Riedl–Jochenstein.“

Es fehle der Nachweis, dass das Vorhaben dem Wohl der Allgemeinheit dient. Nur dann seien auch die wohl notwendig werdenden Enteignungen möglich, stellte Eike Hallitzky am 18. November 2010 bei der Vorstellung des Gutachtens des Deggendorfer Landschaftsarchitekten Georg Kestel stellt fest. Ein Bau des Speicherwerkes wäre eine große Gefahr für den Bestand von Reptilien wie der seltenen Äskulapnatter oder der Smaragdeidechse und auch deshalb nicht verantwortbar. Für seine Ablehnung sei dies aber nicht einmal ausschlaggebend, sagte Hallitzky. „Mit dem Thema Naturverträglichkeit und einer Abwägung beschäftigen wir uns, wenn die anderen Voraussetzungen, die einen Bau für uns erst diskutabel machen, erfüllt sind“, betonte der Passauer Abgeordnete. Aufgezeigt werden müssten Alternativ-Standorte für ein Pumpspeicherkraftwerk mit einer Leistung von mehr als 20 Megawatt. Dies sei man Betroffenen und der Natur um Riedl schuldig.

„Eventuelle Enteignungen von Grundstücken für den Speichersee sind nur zulässig, wenn das Wohl der Allgemeinheit die geplante Maßnahme erfordert. Und dafür darf es zum Standort keine Alternative geben“, sagte Hallitzky. Die Grünen verlangten auch, dass sichergestellt wird, dass die verfügbaren Kapazitäten deutscher Pumpspeicherwerke künftig tatsächlich zur Zwischenspeicherung von überschüssigem Strom aus Wind und Sonne zur Verfügung stehen. Das sei bislang nicht der Fall. „Es gibt für die Speicherung keinen Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien, und es wird dafür auch keine freien Kapazitäten in Riedl geben“, so Hallitzky. Wäre das gegeben, seien die Grünen nicht grundsätzlich gegen Pumpspeicheranlagen.

Laut dem Gutachten von Georg Kestel ist so eine Anlage bei Riedl mit „enormen Gefährdungen“ für die Natur verbunden - abgesehen von den Belastungen während der Bauzeit für die Bevölkerung und den Tourismus. Der Speichersee könnte das Kleinklima – auch der Donauhänge – mit negativen Auswirkungen auf die Tierwelt verändern. Durch den Bau der Stollen sei zudem eine gravierende Veränderung des Grundwasserhaushaltes nicht auszuschließen. Die Erschütterungen könnten zudem die besonders wertvollen Reptilienarten der Donauleite gefährden. Nachteile seien auf Grund der Wasserentnahme und dann wieder -zuführung (bei Niedrigwasser in einem Volumen von bis zu 13 Prozent der Donau-Wassermenge) für den Fischbestand unterhalb des Kraftwerkes Jochenstein zu erwarten.

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat die bayerischen Grünen angesichts dieser Ansicht heftig kritisiert und ihnen „fortgesetzte und vorsätzliche Verweigerungspolitik zum Schaden des Landes“ vorgeworfen. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der CSU Niederbayern, Manfred Weber: „Die Grünen betreiben Zukunftsverweigerung.“ Harsche Kritik gab es auch von der SPD.

Grundbesitzer

Eine entscheidende Rolle beim Projekt „Energiespeicher Riedl“ könnte Christian Schmid spielen. Der 46-Jährige ist zum einen Besitzer einer Ferienpension in Riedl und damit Anwohner. Außerdem ist er einer von vier Besitzern von Grundstücken auf dem Gelände des geplanten Speichersees, die noch nicht der Betreibergesellschaft gehören. Sie halten damit rund 15 Prozent der nötigen Grundstücke. Zwei von ihnen haben bis zum 10. März 2010 erklärt, nicht verkaufen zu wollen. Einer davon ist Christian Schmid. Neben seiner Existenz als Vermieter an Urlauber gibt Schmid den Heimatschutz als Grund an. Wenn er bei seiner Meinung bleibt, wäre der Kraftwerksbau zum Scheitern verurteilt. Aus zuversichtlichen Reaktionen der Kraftwerksbetreiber schließt er, dass „Zwangsmaßnahmen und Enteignungen ins Auge“ gefasst würden.

Interessengemeinschaft RIGOJO

Bürgerinnen und Bürger aus der Region um Riedl haben im Juni 2010 zusammen mit dem Bund Naturschutz Passau die Interessengemeinschaft RIGOJO (Riedl-Gottsdorf-Jochenstein) gegen das Pumpspeicherwerk Riedl gegründet. Die Initiative hat es sich zur Aufgabe gemacht, kritisch über das geplante Pumpspeicherwerk zu informieren und die Öffentlichkeit durch Aktionen auf die „gigantische und endgültige Zerstörung unserer Heimat“ aufmerksam zu machen.

Bürgerforum Umwelt e.V.

Dr. Anton Huber vom Bürgerforum Umwelt e.V. aus Vilshofen hat an Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle und Bundesumweltminister Norbert Röttgen im November einen Brief geschrieben und massive Bedenken geäußert, da mehrere Schutzgebiete betroffen sind. Das Pumpspeicherwerk soll in einem der wichtigsten Naturschutzgebiete Deutschlands verwirklicht werden, in dem mehrere Schutzgebiete betroffen sind: Zum einen das Naturschutzgebiet Donauleiten von Passau bis Jochenstein und das Landschaftsschutzgebiet „Donauengtal Erlau-Jochenstein“, zum anderen geschützte Biotope und FFH Schutzgebiete.

Von den verständlichen Bedenken der unmittelbar durch den Bau betroffenen Bevölkerung abgesehen, ist das Projekt naturschutzfachlich außerordentlich umstritten, heißt es in dem Brief an die Minister. Die Donaukraftwerk Jochenstein AG (DKJ) hat das Projekt Riedl als unverzichtbar für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien erklärt, „weil so die fluktuierende Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien mittels Wasserkraft gespeichert werden könne.“ Dr. Anton Huber findet, dass diese Begründung energiepolitisch zunächst einleuchtet, denn zweifellos ist der notwendige Ausbau der Erneuerbaren Energien untrennbar, nicht nur mit einer Optimierung der Netzstruktur, sondern auch mit einem deutlichen Ausbau der Speichermöglichkeiten verbunden.

Weiter heißt es in dem Brief, dass diese Begründung aber nur dann stimmt, „wenn sichergestellt ist, dass die verfügbaren Kapazitäten deutscher Pumpspeicherwerke, die heute im wesentlichen von Atomstrom belegt werden künftig auch tatsächlich zur Zwischenspeicherung von überschüssigem Strom aus Wind und Sonne zur Verfügung stehen.“ Huber schreibt, dass das eigentlich auf Grund des gesetzlich festgelegten Einspeisevorrangs der Erneuerbaren Energien selbstverständlich so sein müsste. „Denn wenn abzusehen ist, dass Stromüberschüsse aus Wind und Sonne anfallen, müssten auf Grund des Einspeisevorrangs vorhandene Speicherkapazitäten zur Zwischenspeicherung dieses Überschussstroms frei gehalten werden. Geschieht das nicht, müssten Windräder und PV-Anlagen abgeschaltet werden.“

Stellungnahme der Betreiber, März 2010

Nach entsprechenden Leserbeiträgen in der Passauer Neuen Presse haben sich die Betreiber des geplanten Pumpspeicherkraftwerks in Riedl am 18. März 2010 in einer Pressemitteilung zu einigen bisher gestellten Fragen geäußert. Zwei Drittel des Stroms in Bayern stammten derzeit aus Atomenergie, erinnert Eveline Fitzinger als zuständige Kommunikationsmanagerin im Beitrag. Erneuerbare Energien könnten Abhilfe schaffen, stünden aber nicht immer zur Verfügung. „Einen Ausgleich schaffen nur Energiespeicher, wo Wasser als umweltfreundliches Speichermedium uns die Möglichkeit gibt, Verbrauchsspitzen abzugleichen“, schreibt sie. Vor allem die Potenziale der Windenergie könnte man somit erschließen. „Damit könnte Atomstrom in kurzer Zeit unrentabel werden.“ Damit sieht sie sich in Übereinstimmung mit der Position von Ökostromanbietern. Sie zitiert Christian Friege, Vorstandsvorsitzenden von LichtBlick: „Statt Atomkraftwerken brauchen wir mehr flexible Gaskraftwerke und natürlich viele neue Stromspeicher und bessere Stromnetze, um uns besser auf die Fluktuation der Erneuerbaren einzustellen.“

Zum Thema Stromsparen als Alternative: Sichere Stromversorgung sei ein selbstverständliches Gut und Ausdruck der Lebensqualität, aber: „Vernünftiger Umgang mit der Energie wäre auch im Interesse von Energieversorgern – es reduziert die Importabhängigkeit und stützt die Eigenversorgung.“ Ohne Anreize der Politik, die das Stromsparen gesetzlich unterstützen müssten, blieben die Appelle zum Stromsparen ungehört.

„Jedes Kraftwerk ist ein Eingriff in die Natur. Es liegt an unseren Planungen, diesen Eingriff so gering wie möglich zu gestalten“, erklärt Eveline Fitzinger. Die gesetzlichen Vorschriften legten allen Projektwerbern ein „Verschlechterungverbot“ auf: Der Zustand der Natur müsse in seiner Qualität erhalten bleiben. Ein zweistaatliches, umfangreiches Prüfverfahren werde dafür sorgen, „dass wir unsere Versprechen halten“.

Gutachten

ifo-Institut und Universtität Passau, Herbst 2010

Im Auftrag der DKJ haben das Münchner ifo-Institut und die Professoren Rainald Borck und Gerhard Kleinhenz von der Uni Passau untersucht, wie Niederbayern wirtschaftlich von dem Bau des Energiespeichers profitieren kann. „Die im November 2010 beigelegten Gutachten entkräften die bislang geäußerten Bedenken gegen diesen Bau. Er ist notwendig und vertretbar“, versicherte DKJ-Vorstand Johann Strobel. Laut ifo-Mitarbeiter Gernot Nerb werden von den 350 Millionen, die die DKJ als Investitions-Gesamtsumme für Planung und Bau angibt, 184 Millionen Euro in Aufträge an deutsche Firmen münden (der Rest bevorzugt an österreichische). Dies werde zu Zusatzumsätzen und -investitionen in Höhe von rund 241 Millionen Euro führen, weil etwa ein Bauunternehmen wegen des neuen Auftrags neue Maschinen kaufe. Zudem würden während der Bauphase bis zu 720 neue Jobs in Deutschland geschaffen (nach dem Bau immerhin noch rund 46) und niederbayerische Firmen könnten mit Aufträgen in Höhe von 61,6 Millionen Euro rechnen.

Das werde ein weiteres Umsatz- bzw. Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro auslösen und zwischen 2014 und 2018 zur Schaffung von bis zu 360 neuen Jobs führen. Und auch danach brächten Servicearbeiten Beschäftigung für 21 Menschen aus der Region. Die Lohnsumme, die in Niederbayern durch Bau und Plan des Energiespeichers entstünde, gab DKJ-Vorstand Strobel mit rund 45 Millionen Euro an. Zudem könne sich Untergriesbach über eine jährliche Gewerbesteuer im „100.000er-Bereich“ freuen. Niederbayern wird laut Nerb zwischen 2013 und 2018 zusätzliche Staatseinnahmen in Höhe von rund 35 Mio. Euro erhalten.

Laut Prof. Kleinhenz werden von dem Projekt vor allem die Bauwirtschaft aber auch das verarbeitenden Gewerbe und abgeschwächt auch der Dienstleistungssektor, etwa der Tourismus, profitieren. Zudem könne die Gastronomie mit Zusatzeinnahmen durch Bauarbeiter rechnen.

Regionalstudie Energiespeicher Riedl, Januar 2011

Die „Regionalstudie zum geplanten Energiespeicher Riedl“ haben Wissenschaftler und Studenten der Universität Passau erstellt. Prof. Dr. Ernst Struck erläuterte mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern am Lehrstuhl für Anthropogeographie Dr. Jörg Scheffer sowie Roland Zink Mitte Januar dem Gemeinderat Untergriesbach die Grundzüge der Studie. Deren Basis sind einerseits die Ergebnisse der schriftlichen Befragungen sowie persönliche Interviews mit den Zielpersonen. 2900 Fragebögen hatte die Uni an die Haushaltsvorstände in der Gemeinde Untergriesbach verschickt. 31 Prozent kamen zurück. Das bezeichnet Struck als „außergewöhnlich hoch“ für solche Studien. Dazu wurden zwölf Vertreter der Landwirtschaft und 14 Vertreter aus dem Bereich Tourismus aus der Zielregion mündlich befragt.

Unterschieden wurde bei der Auswertung zwischen einem „Innenbereich“ für die Untersuchung, dem Gottsdorfer-Riedler Raum, und dem „Außenbereich“, zu dem die restlichen Gebiete der Gemeinde gehören. Da bei der schriftlichen Befragung beim Rücksenden kein Absender angegeben werden musste, gab es dafür auch eine eigene grafische Darstellung für diesen anonymen Teil der Befragten. Die Studie untergliedert sich in die Punkte betroffene Landwirte, betroffene Anbieter im Tourismusbereich, Verkehr und Infrastruktur sowie die Bevölkerung Untergriesbachs. Dazu kommen „Handlungsempfehlungen“.

Zunächst zur Motivlage für die betroffenen Landwirte: Hier gab es in der persönlichen Befragung der Vertreter als „Pro-Argumente“ die Flurbereinigung oder die Möglichkeit zum Verkauf von agrarisch nicht nutzbaren Flächen, die „Contra-Aussagen“ bezogen sich auf die Flächenverluste, die Auswirkungen des Sees auf das Klima, die Folgen der Bauarbeiten, den Verlust hofnaher Flächen, die schlechtere Qualität von Ausgleichsflächen, ein gestörtes Landschaftsbild und wenig Einfluss auf das Projekt. Bei den Chancen durch das Projekt wurden angeführt neue Flächenzusammenlegungen, ein finanzieller Ausgleich von Verlusten. Bei den Gefahren kamen die Bauarbeiten, die Gefährdung des Tourismus bei Ferienhofbetreibern und die Gefährdung des Dorffriedens zur Sprache.

Als Folgerungen schlossen die Uni-Referenten, dass der Erhalt der derzeitigen Kulturlandschaft bei den Landwirten und die Einflüsse für die Landwirte beim Projekt Energiespeicher Vorrang bekommen müssten.

Im Tourismusbereich wurden als Pro-Argumente ein positives Image, ein langfristiger Nutzen, die Hoffnung auf mehr Touristen und eine mögliche Zunahme des Tagestourismus angeführt. Die Gegner argumentieren mit einem möglichen Präzedenzcharakter des Projektes, mit der langen Bauzeit voller Lärm und Schmutz, Pensionen profitierten nicht vom Tagestourismus, bisherige Investitionen könnten durch die neue Situation vergeudet sein. Zu den Chancen zählten ein besseres Vermarkten der Region und ein Aufwerten der Infrastruktur. Dem gegenüber standen der mögliche Verlust von Stammgästen, die Angst vor dem Ausbleiben von Wander- und Radtouristen, die drohende Schließung des Feriendorfes Gottsdorf und die Gefährdung aktueller Projekte wie des Donausteiges oder des Sonnenwegs. Beim Thema Verkehr und Infrastruktur wird die Bauphase als große Beeinträchtigung befürchtet, ein Aufwerten der bestehenden Straßenverhältnisse wird gewünscht, die örtliche Versorgungs- und Erholungsstruktur sollte erhalten und ausgebaut werden.

Unter anderem empfiehlt die Studie verbindliche Abmachungen, um den Raum Gottsdorf-Riedl zu fördern, eine intensivere und öffentlich sichtbare Zusammenarbeit der Gemeinde mit der DKJ und eine klare Position der Gemeinde. An die Adresse der DKJ geht die Empfehlung, die Ängste und Sorgen der Bauern zu berücksichtigen, Konkretes über Tauschgrundstücke, Ausgleichsflächen und Flurbereinigung zu sagen und Kontakte auszubauen, um Vertrauen zu schaffen. Für den Tourismus und Verkehr wurden angeregt unter anderem ein Marketingkonzept für eine „sanfte Energieregion“ sowie das Sanieren bestehender Straßen und der Ausbau der derzeitigen Versorgungsinfrastruktur.

Protestlied (Februar 2011)

Max Metzger, ein Einwohner von Gottsdorf sagt, dass die Hälfte der rund 500 Einwohner gegen das Pumpspeicherwerk seien und wehrt sich mit einem Protestlied. „Ich will erreichen, dass es nicht immer nur um Zahlen geht. Und um Geld. Niemand fragt nach den Menschen hier. Was in ihnen vorgeht, was sie denken und fühlen“, meint Metzger.

Im Lied heißt es: „Ihr verarscht doch die Gesellschaft. Wir sind euch egal, Gesetze macht ihr euch selber. Habt ihr schon vergessen, dass es auch noch Menschen gibt. Oder ist euer Hirn nur Geld und Profit?“ Profitieren würden nur andere, singt Metzger. „Der Kreistag stimmt ab. Ganz viele sind dafür. Ist ja nicht vor eurer Tür.“

Zehn Minuten lang ist das „Pumpspeicherlied“: „Die Lebensqualität, die is jetzt bald weg. Was uns dann no bleibt, is Wasser und Dreck“, heißt es darin. Metzger hat von 2001 bis 2005 ein Haus umgebaut für sich und seine Familie. Das Haus ist ca. 100 Meter Luftlinie vom geplanten Energiespeicher entfernt. Er wollte seine Ruhe haben, wollte, dass sein jüngerer Sohn am Land aufwachsen, im Wald spielen kann. Mit dem Energiespeicher und fünf Jahren Bauzeit aber werde das Kind mit Baggern und 300 Lastwagen pro Tag aufwachsen, „er wird jedem erzählen können, wie sich eine Sprengung anhört“.

Galerie

Literatur

Weitere Berichterstattung der PNP

Weblinks

Dies ist ein ausgezeichneter Artikel.
Diesem Artikel wurde am 23. Juli 2010 das Prädikat „Ausgezeichneter Artikel“ verliehen.
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