Emil Brichta

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Dr. Emil Brichta am 30. April 1984, dem letzten Tage seiner Amtszeit als OB. (Foto: Schneider)
Brichta übergibt die OB-Amtskette an Nachfolger Hans Hösl am Abend des 27. April 1984 im Großen Rathaussaal Passau. Das Umlegen der Kette war allerdings symbolisch: Das Amt ging erst am 1. Mai 1984 um null Uhr (also mit dem Monatswechsel) über.

Dr. Emil Brichta (* 26. September 1915 in Brünn; † 12. Juni 1997 in Deggendorf) war von 1964 bis 1984 Oberbürgermeister der Stadt Passau. Sein Name steht auf dem Ehrenmal der Stadt. Er ist Namensgeber der Dr.-Emil-Brichta-Straße.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Berufliche Anfänge

Brichta entstammte einer Familie mährischer Beamter. Nach seinem Studium der Rechts- und Staatswissenschaft in Brünn und an der Universität Prag mit Promotion zum Dr. iur. musste er zunächst seinen Kriegsdienst ableisten. Nach der Gefangenschaft kam der Heimatvertriebene nach Bayern und leistete hier in Weiden und Amberg den juristischen Vorbereitungsdienst. Anschließend wurde Brichta Rechtsstellenleiter beim DGB in Amberg, bevor er 1951 nach Passau kam. Hier wurde er 1953 Gerichtsrat und 1958 Leiter des Arbeitsgerichts.

Politische Funktionen

Seit 1956 war er für die CSU Mitglied des Passauer Stadtrates und blieb dies bis 1990. Am 13. Januar 1961 folgte er Dr. Baptist Ritter von Scheuring als 2. Bürgermeister nach und war dies bis Juni 1962, bevor er am 8. März 1964 zum Passauer Oberbürgermeister gewählt wurde. Gegen ihn trat unter anderem Fritz Münder von der SPD an. Nach drei erfolgreichen Wiederwahlen schied er erst am 30. April 1984 aus diesem Amt.

In seine Amtszeit fiel 1972 die Gebietsreform, bei der er den Fortbestand der Kreisunmittelbarkeit Passaus mit Nachdruck und Erfolg erkämpfte und die räumliche und wirtschaftliche Enge Passaus sprengen konnte. Besondere Verdienste hat er sich um den Wohnungsbau, die Ansiedlung bzw. Erweiterung von Industriebetrieben, den Erhalt des Südostbayerischen Städtebundtheaters, der Förderung der Europäischen Wochen, der Gründung der Universität Passau (1978) sowie dem Ausbau der Städtepartnerschaften erworben. Schulen und Sportstätten wurden gebaut, das Krankenhaus erweitert und die Ilzstadt-Sanierung mit Nachdruck durchgeführt. Unter seiner Ära hat Passau wieder eine geistige und wirtschaftliche Mittelpunktfunktion erhalten.

Am 30. April 1984 wurde Dr. Emil Brichta die Ehrenbürgerwürde der Stadt Passau verliehen.

Ehrenamt

Brichta war von 1963 bis 1984 zudem Vorsitzender des Vereins für Ostbairische Heimatforschung und trat dann zurück, um seinem Stellvertreter Dr. Gottfried Schäffer den Posten zu überlassen. Allerdings starb dieser wenig später, woraufhin Brichta erneut als Vorsitzender kandidierte und für vier Jahre wiedergewählt wurde. Nach seinem endgültigen Rücktritt von der Vorstandschaft wurde er 1988 zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.

Emil Brichta starb am 12. Juni 1997 mit 81 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens im Kreiskrankenhaus Deggendorf.

Nachruf

Am Nachmittag des 12. Juni 2007 hat Oberbürgermeister Albert Zankl anlässlich des 10. Todestages seines Vorgängers am Grab Brichtas auf dem Innstadtfriedhof einen Kranz niedergelegt. Dazu die Am Sonntag in ihrer Ausgabe vom 10. Juni: „In [Brichtas] Ära nahm Passau sein heutiges Erscheinungsbild an. Die Ilzstadtsanierung wurde ebenso durchgeführt wie die Errichtung der Universität. Er kämpfte für den Erhalt des Stadttheaters, setzte sich vehement für die Europäischen Wochen ein, baute Städtepartnerschaften aus. Bis heute gilt der Ehrenbürger als herausragendster Repräsentant Passaus.“

Auszeichnungen

Galerie

Literatur


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