Dietersburg

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Dietersburg
Das Wappen von Dietersburg


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 427 m
Fläche: 55,06 km²
Einwohner: 3.124 (30. Juni 2011)
Postleitzahl: 84378
Vorwahl: 08564, 08726
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.dietersburg.de
Erster Bürgermeister: Peter Plank
(FWG Dietersburg)

Dietersburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Streusiedlungs-Gemeinde Dietersburg liegt etwa sieben Kilometer nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 28 Kilometer südwestlich von Vilshofen, 32 Kilometer südöstlich von Landau an der Isar und 21 Kilometer von Eggenfelden entfernt und umfasst die Gemarkungen Baumgarten, Dietersburg und Nöham.

Ortsteile

Die Gemeinde Dietersburg besteht aus 135 Ortsteilen: Adlhaid, Aichpoint, Aist, Altmannsberg, Asperting, Attenberg, Attenberg b.Nöham, Bachhub, Baumgarten, Berg, Bergham, Birnöd, Brand, Brandstetten, Breitenbach, Breitenöd, Bruckbach, Bruderöd, Buch, Büchl, Danten, Dellern, Dietersburg, Duröd, Ebenhof, Ed, Ed a.Wald, Einpoint, Eisenreut, Eitting, Eitzenham, Ernstling, Erperting, Fletzl, Florl, Frauenöd, Freilas, Frieberting, Furth, Ganglöd, Gfehret, Graben, Grub, Gschaid, Gstatt, Gstockert, Gunderding, Gutmann, Hafenöd, Hagenöd,Hahnenkamm, Haidprechting, Hamanöd, Hartmannsöd, Hasling, Haunberg, Hausrucking, Heiß, Hiening, Hinterkauf, Hofmannsöd, Hofstetten, Höhenberg, Hohenöd, Höllnöd, Holzweber, Hopper, Hötzlsberg, Kainz, Kögl, Kölberg, Köpfsöd, Kornöd, Kronwinkl, Laglöd, Lechl, Lindberg, Lohmann, Mais, Manglham, Mangst, Matzing, Matzöd, Minihof, Neusiedl, Nöham, Oberbreitenbach, Oberbrennberg, Oberhof, Öling, Peterskirchen, Pfarrhof, Plankenbach, Plöderöd, Pottenau, Priel, Rauchdobl, Reisbach, Riesberg, Sankt Georgen, Sattelberg,Schachahof, Schafweid, Scheiben, Scheiblöd, Scheuereck, Schlafen, Schneeharding, Schönhof, Seiling, Silching, Sperr, Stallhof, Stelzenberg, Stinglham, Stinglwager, Stocka, Straß, Straßdobl, Sulzbach, Thalöd, Unöd, Unterbrennberg, Wald, Waldhiebl, Waldhörn, Walln, Weihersbach, Weinberg, Wimm, Wimm b.Nöham, Winkl, Wurmsöd, Zaun und Zeil.

Geschichte

Dietersburg

Aus der Zeit des frühen Mittelalters ist über das Gebiet kaum etwas bekannt. Fest steht, dass die Rottaler Gegend in der Zeit der Völkerwanderungen um 530 von den wahrscheinlich von Osten einströmenden Bajuwaren besiedelt worden ist.

Von größter Bedeutung für den Ort Dietersburg ist das edelfreie Adelsgeschlecht derer von Baumgarten und hier besonders der um 1130 auftretende Dietrich von Baumgarten. Über die genauere Herkunft dieses Geschlechts ist nichts bekannt, verschiedene Schriftstücke zeigen aber, dass es sich um Adelige mit durchaus gehobener sozialer Stellung gehandelt haben muss. Der Name Dietricus de Pômgarten taucht in mehreren Urkunden als Zeuge verschiedener Schenkungen und Vergleiche in der Reihe der "primates" auf und wird dort ausdrücklich der Schicht der "nobiles" zugezählt. Die bayerischen Herzöge hatten das Rottaler Gebiet den Ebersbergern und Chiemgauern vermacht, die sich zur Zeit der Ungarneinfälle besonders um das Land verdient gemacht hatten. Unter den Chiemgauern vermutet man auch die Edlen von Baumgarten. Mit größter Wahrscheinlichkeit gehörte Dietersburg zu Baumgarten. Dietrich von Baumgarten gilt als der Bauherr der "Dietrichespurch", deren Erbauung in die Amtszeit Bischof Altmanns von Passau (1065-1085) datiert wird. Anhaltspunkte fand man diesbezüglich in der dem Hl. Stephanus geweihten Schlosskapelle südlich der Burg. Neben der strategisch günstigen Lage auf einer steilen Anhöhe bot die waldreiche Gegend um die Dietrichsburg auch reiche Beute bei den Jagdzügen der Baumgartner.

Noch im 14. Jahrhundert wurde die Burg, die der Sage nach auch als Raubritterburg gedient haben soll, zerstört. Der Grundbesitz blieb bei den Baumgartnern und nach Erlöschen des Adelsgeschlechts fiel er an die Grafen von Hals und als herzogliches Lehen schließlich an die Lerbinger. Papo der Lerbinger gründete erneut einen Herrschaftssitz in Dietersburg, jedoch nicht auf dem Berg an der Stelle der früheren Dietrichsburg, sondern zu Füßen der Anhöhe am Haselbach. Der Papnhof, der heutige Händlmeierhof, musste jedoch am Florianitag (4. Mai) 1417 von Wilhelm Lerbinger, vermutlich in Geldnöten, teilweise an das Hl. Geist - Spital in Pfarrkirchen verkauft werden.

Der Ortsname Dietersburg

Ursprünglich lautete der Ortsname von Dietersburg "Dietrichsburg" (um 1130 "Dietrichespurch"). Das "ch" wurde in der Aussprache häufig verschluckt und so sprach man mit der Zeit "Dietersburg". Noch im Mittelalter wurde der Name durch schlampige Aussprache in "Jedersburg" verfälscht (Erste urkundliche Erwähnung am 11. Mai 1602: Verkauf des Papenhofes durch Lorenzen Papenpauers). Dieser Ortsname wurde bis 1886 beibehalten. Unterlagen aus dem Gemeindearchiv besagen, dass 1851 die Königliche Bayerische Staats-Schulden-Tilgungs-Spezialkasse in München vom Pfarramt Dietersburg Aufklärung über eine Zinsquittung forderte, die das Verwaltungssiegel "Jedersburg" und nicht "Dietersburg" trug. Das Pfarramt erklärte daraufhin, dass seit Jahrhunderten beide Ortsnamen geläufig seien und deshalb das Siegel die Bezeichnung "Jedersburg" führe. In neuerer Zeit habe sich aber die Regierung für den Namen "Dietersburg" ausgesprochen, ohne dass eine neues Siegel angeschafft worden sei. Am 31. März 1886 erging schließlich eine Verfügung des Bezirksamts Pfarrkirchen, die ab 1. April 1886 wirksam war: "Seine Majestät, der König, haben allergnädigst geruht, dass die Ortschaft Jedersburg, dies amtlichen Bezirkes, sowie die Gemeinde Jedersburg, zu welcher die Ortschaft gehört, fortan den historischen Namen "Dietersburg" führen soll, was für die Folge zu beachten ist".

Baumgarten

Baumgarten verdankt seine Gründung den Römern. Der Ort lag an einer Römerstraße, die von Haidenburg über Baumgarten nach Pfarrkirchen führte. Bereits im 12. Jhd. war Baumgarten Stammsitz der „Edlen von Baumgarten“. Ein gewisser Dietricus de Pomgarten wird um 1130 als Siegelzeuge angeführt. Dieses Geschlecht erlosch 1338 mit Georg von Baumgarten. In den folgenden Jahren sind die Grafen von Hals als rechtsmäßige Besitzer auszumachen. Nachdem der letzte Graf dieses Geschlechts gestorben war, fiel Baumgarten den Landgrafen von Leuchtenberg zu, die jedoch nach kurzer Zeit ihren Verzicht zu Gunsten der Grafen von Ortenburg erklärten. Um 1417 traten die Siegenheimer als Inhaber von Baumgarten auf. Um 1456 wurden die Pienzenauer die neuen Herren von Baumgarten, die 1565 auch die Besitztümer von Peterskirchen erwarben. Seitdem wurden Baumgarten und Peterskirchen zu einem Gutsbesitz zusammengefasst. Es folgten noch weitere Eigentümer: 1640 die Edlen von Hienheim, 1673 die Grafen von Rheinstein und 1821 die Grafen von Arco-Valley. In dessen Besitz ist das Schloss auch heute noch.

Das Schloss wurde im 16. Jhd. im Stil der Frührenaissance erbaut und später mehrfach verändert. Gegen Ende des Krieges diente es als Flüchtlingslager und nach dem Krieg von 1948 bis 1961 als Altenheim. Die Schlosskapelle St. Bartholomäus wurde 1796 auf den Fundamenten einer früheren Kapelle im klassizistischen Stil erbaut. In der Osternacht 1988 wurde sie durch einen Brand schwer beschädigt. Gräfin Monica auf Valley finanzierte die Restaurierung zum größten Teil, so dass in der Kapelle schon 1991 wieder Gottesdienst gehalten werden konnte.

Peterskirchen

Peterskirchen war ursprünglich der Sitz der „Edlen von Peterskirchen“. Ein „Willihalmus des Petreschirchen" wird um 1140 als Siegelzeuge genannt. Später waren die „Edlen von Grub“ die Herren von Peterskirchen: Konrad Gruber (1260), Erasmus Gruber (1400), Hermann Gruber (1491), Wolfgang Gruber (1520 erhielt er vom Grafen Ulrich von Ortenburg die Belehnung über einige Benutzungen von Schnecking). Der letzte „Gruber“ starb 1549. Ein Gemälde des Wappens der „Edlen von Grub“ und eine Grabplatte sind in der Pfarrkirche von Peterskirchen zu finden. Das Schloss in Peterskirchen wurde wahrscheinlich von ihm in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts im Stil der Frührenaissance gebaut. 1565 ging der Besitz von Peterskirchen durch Kauf an die Pienzenauer über, denen Baumgarten schon seit 1456 gehörte: Friedrich von Pienzenau, Hans Konrad von Pienzenau, Friedrich Christoph von Pienzenau. Seine Gedenkplatte aus Marmor ist in der Pfarrkirche zu Peterskirchen. Wahrscheinlich war auch die Ritterrüstung, die bis 1904 in der Pfarrkirche stand, von ihm.

1823 wurde das ziemlich verfallene und reparaturbedürftige Schloss vom damaligen Lehrer Lorenz Glas erworben. Er war von 1811 bis 1871, also volle 60 Jahre Lehrer, Organist und Mesner in Peterskirchen. Eine Gedenkplatte in der Kirche erinnert an ihn. Die große „Binderstube“ des Schlosses wurde von 1820 bis zum Bau eines neuen Schulgebäudes 1864 als Schulzimmer benützt. Die weiteren Besitzer waren Anton Glas, Josef Glas, Erik Zimen und Familie Lipinski. Die Kirche St.„Peter und Paul“ wurde etwa um 1470 von den „Edlen von Grub“ erbaut. Der Turm hatte ein Satteldach, das nur wenige Meter über das Langhaus hinausragte. 1870 wurde er zur heutigen Höhe umgebaut. Die frühere Grabkapelle der Pienzenauer an der Nordseite wurde in der Barockzeit umgebaut und erhöht. 1878 wurde darin der Antoniusaltar aufgestellt. Peterskirchen war früher in der ganzem Umgebung bekannt als Zentrum der Töpfer und vor allem der „Kannenbäcker“.

Gebietsreform

1971 wurde die Gemeinde Dietersburg durch freiwillige Zusammenlegung mit den Gemeinden Nöham und Baumgarten stark vergrößert. 1975 verfügte die bayerische Regierung entsprechend ihren Plänen zur Gebietsreform die Auflösung der Gemeinde Dietersburg und die Eingliederung der Gebietsteile in drei verschiedene Nachbargemeinden.

Mit einem Normenkontrollantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof konnte die Gemeinde dieses Vorhaben stoppen. Es wurde lediglich zum 1. Mai 1978 eine Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Johanniskirchen und Egglham gebildet, die aber bereits zum 1. Januar 1980 wieder aufgelöst wurde.

Wappen

Seit 1972 führt die Gemeinde ein Wappen. In der Gemeinde Dietersburg liegen die ehemalige Hofmark Baumgarten und der Ansitz Peterskirchen; beide waren lange Zeit in Händen bayerischer Adelsfamilien, deren Wappen geschichtsbezogene Sinnbilder für die Gemeinde darstellen: Der gestürzte Sparren (gold) ist das Zeichen der Herren von Baumgarten. Der Balken (silber) stammt aus dem Wappen der Grafen von Hals, die zeitweilig Herren von Baumgarten und Peterskirchen waren. Als örtliches Symbol für Dietersburg gilt das Mariensinnbild des Lilienstengels (silber) zum Hinweis auf die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Dietersburg.

Politik

Bürgermeister

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 16 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

Persönlichkeiten

Der niederbayerische Heimatkomponist Erhard Kutschenreuter wirkte von 1920 bis 1924 als Lehrer in Dietersburg. Während dieser Zeit schuf er mehrere Werke. Neben der Operette "Die Donauliesl" (Uraufführung in Vilshofen) waren dies das Kindersingspiel "Ein Frühlingsmärchen", das am 23. Juli 1922 in Dietersburg erstmalig aufgeführt wurde und das Singspiel „Der Schwur des Kreuzhofbauern“, das am 13. April 1924 in Dietersburg seine Uraufführung erlebte.

Zu dieser Zeit zeichnete sich das Pfarrdorf durch ein außerordentlich reges musikalisches Leben aus. Es gab die "Dietersburger Sängerrunde", der etwa sechzig Sängerinnen und Sänger angehörten, die in dem schönen Theatersaal des Ortes mit einem versenkten Orchesterraum, der 22 Musikern Platz bot, Singspiele und Operetten aufführten.

Sehenswürdigkeiten

Tourismus

Dietersburg hat sich mit weiteren 14 Nachbargemeinden (Stand 2009) zu XperBike zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss hat das Ziel die Radel-Region auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die wichtigste Veranstaltung ist hierbei die jährlich stattfindende XperBike Sternfahrt.

Bildung und Erziehung

Vereine


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