Burgruine Neujochenstein

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Die Burgruine wärend der Restauration 2008. (Foto: Riedlaicher)
Die Burgruine wärend der Restauration 2008. (Foto: Riedlaicher)

Die Burgruine Neujochenstein aus dem 14. Jahrhundert befindet sich bei der Ortschaft Riedl im niederbayerischen Landkreis Passau.

Inhaltsverzeichnis

Restaurierung

Fachleute restaurierten die einstige Ritterburg, deren Reste noch 15 hoch sind. Sie wird darauf im Sommer 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die sorgfältige wissenschaftliche Aufbereitung des überlieferten oder am Ort vorgefundenen Materials wird der Bevölkerung und Besuchern bietet eine umfassende Information zur hochmittelalterlichen Heimatgeschichte. Besonders interessant sind dabei die Erkenntnisse der Dendrochronologie, einer recht jungen Wissenschaft.

Altersbestimmung durch Dendrochronologie

Die Dendrochronologie kann wichtige Hinweise auf das Alter der Burg geben. Dazu zählten die Reste der uralten Eichenbalken, die in den Mauerlöchern hoch oben in der Ruine, geschützt vor Zerstörung und Andenkenjagd bis in unsere Tage überdauert haben. Das Jahrringlabor Hofmann aus Nürtingen hat im Juni 2008 das Ergebnis der Untersuchungen bekanntgegeben. Demnach sind die Eichen, aus denen die Balken der Burg geschlagen wurden, im Winter 1345/1346 gefällt worden. Sie haben also etwa ein Jahrhundert zuvor zu wachsen begonnen.

Synchronoptische Weltgeschichte

Macht man sich klar, was damals geschah und wichtig war, bekommen Burgruine und Eichenbalken eine besondere Bedeutung. Als die kleinen Eichen zu wachsen beginnen, erhält 1255 die böhmische Stadt Prag deutsches Stadtrecht, gründet König Ottokar von Böhmen die Stadt Königsberg und berichtet Wilhelm von Rubruk an den Papst über die Mongolen und ihr Reich. Alexander Newsky verteidigt das Russische Reich, besiegt die Deutschritter und Litauer und verhindert die Katholisierung Russlands. Die Bäume sind kleine Stämme, als zum ersten Mal vom Rattenfänger von Hameln erzählt wird, in Italien werden Brillen aus geschliffenen Gläsern erfunden und die Bürger von Köln vertreiben ihren Erzbischof und erklären sich zur Freien Stadt. Die Eichen sind halbwüchsig, als die Residenz des Papstes von Rom nach Avignon verlegt wird, die Magnetnadel und die Richtungsscheibe werden in Italien zum Kompass vereinigt, die Erfindung trägt wesentlich bei zu den Entdeckungsreisen der Seefahrer. Ludwig der Bayer ist alleiniger deutscher König. Als die Axt an die Eichen gelegt wird, um die Burg Neujochenstein bauen zu können, erobert der Nachkomme Dschingis Khans, Timur Lenk, weite Teile Mittelasiens bis nach Indien. Europa wird durch eine schwere Wirtschaftskrise erschüttert, ausgelöst vom Zusammenbruch mehrerer Banken in Florenz und die Pest erreicht Europa und wird in den nächsten Jahrhunderten als Gottesgeißel wüten.

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