Brauerei Hacklberg
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Die Brauerei Hacklberg ist eine Passauer Brauerei. Sie geht bis auf das Jahr 1618 zurück und ist sowohl die größte Brauerei Passaus als auch eine der größten in ganz Niederbayern. Der Direktor der Brauerei ist (seit 2006) Stephan Marold, der Besitzer ist das Bistum Passau.
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Geschichte
Urkundlichen Erwähnungen zufolge geht die Tradition des Bierbrauens in Hacklberg mindestens bis auf das Jahr 1618 zurück. Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts entstand in der unmittelbaren Nähe des Schlosses in Hacklberg das fürstbischöfliche „Weiße Brauhaus“.
Mit der Säkularisation von 1803 gingen die kirchlichen Besitztümer in weltliche Hände, so auch die Brauerei Hacklberg, welche bisland Eigentum der Passauer Fürstbischöfe war. Aus dem bislang „Hochfürstlichen Bräuhaus“ wurde nun ein kurfürstliches, 1806 schließlich ein königlich(-bayerisches).
Die Gebrüder Jakob und Bartholomäus Hartl kauften 1849 die Brauerei auf, womit sie Privatbesitz wurde. 1897 wurde die Brauerei (zu diesem Zeitpunkt bereits die größte in ganz Passau) wieder der Passauer Kirche zum Kauf angeboten, welche am 13. Mai des Jahres einwilligte. Der Kaufpreis damals betrug stattliche 850.000 Goldmark. Die Erträge, die durch die Brauerei erzielt wurden, sollten vor allem in die Ausbildung der Priester investiert werden. Der Bierausstoß betrug zunächst 14.500, wenige später bereits 30.000 Hektoliter.
Am 18. Juli 1912 wurde durch das Passauer Domkapitel eine umfassende Modernisierung der Brauerei beschlossen. In deren Folge wurden zwei neue kupferne Sudkessel mit einem Fassungsvermögen von jeweils 28000 Litern gekauft und über dem Lagerkeller von 1796 entstand das neue schloßartige Hauptgebäude der Brauerei. Darin präsentiert sich die Brauerei bis heute.
Im Rahmen dieses Umbaus wurde am 21. September 1913 auch das Hacklberger Bräustüberl eröffnet.
Die beiden Weltkriege forderten allerdings auch hier ihre Opfer. Abgesehen davon, dass Rationierung und Rohstoffmangel der Brauerei wirtschaftlich zusetzten, wurden Anfang 1945 sowohl das Turbinenhaus und die Mälzerei als auch Teile des Fürstenbaus und des Bürogebäudes von Bomben zerstört. Im Oktober 1945 erlässt die amerikanische Militärregierung noch dazu ein totales Sudverbot.
Die Brauerei übersteht jedoch auch diese schwierigen Jahre und man beschließt – trotz Geld- und Rohstoffmangels – den Wiederaufbau. 1948 durfte der Braubetrieb unter eingeschränkten Bedingungen wieder aufgenommen werden, ab September 1949 war das Brauen wieder zur Gänze zugelassen.
1951 wurde die Mälzerei neu gebaut sowie weitere Depots in Landshut und in Laub bei Regensburg errichtet. 1967 folgte das Depot in Neuburg an der Donau sowie wenig später die Übernahme der Brauerei Aschenbrenner in Vilsbiburg, der Brauerei Dirr bei Burgheim sowie des Brauhauses in Fürsteneck.
1981 nahm das Hacklberger Bräustüberl seinen Betrieb wieder auf, 1987 musste die Flaschenfüllerei im Fuchsloch erneut erweitert werden. Ebenfalls 1987 wurde der durch die Bombenabwürfe von 1945 schwer beschädigte Fürstenbau endlich restauriert.
Als die Brauerei ab 1991 an ihre Kapazitätsgrenzen stößt, beschließt man umfassende Erweiterungen und Erneuerungen. Bis Mitte 1993 wurden sämtliche Produktionsanlagen und der Lagerkeller ausgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. 1995 erreichte man erstmals einen Jahresausstoß von 300.000 Hektolitern, nur zwei Jahre später zählt die Brauerei definitiv zu den größten Brauhäusern Niederbayerns.
1998 wurde das Hacklberger Getränke- und Logistikcenter (HGL) in Hutthurm errichtet. Dort werden durch 75 Mitarbeiter an zwei modernen Anlagen (mit einer Stundenleistung von 10.000 bzw. 20.000 Flaschen) alle alkoholfreien Getränke und die Mineralwässer sowohl abgefüllt als auch ausgeliefert. 2007 wurde hier im Zuge einer Modernisierung eine neue Abfüllanlage in Betrieb genommen, welche zu den effizientesten in Deutschland zählt. Das HGL ist zentraler Punkt, an dem alle Produkte zusammengeführt werden, um dann mit Hilfe eigener Auslieferung an Gastronomie, Getränkehändler und Privathaushalte transportiert zu werden.
2009 mussten viele Brauereien in Niederbayern einen Rückgang von 2,9 Prozent verkraften, die Brauerei Hacklberg verzeichnete jedoch ein Plus von 4,6. Zugesetzt haben ihnen die horrenden Rohstoff-und Energiepreise aber trotztdem. Da im Jahr 2009 keine Preisanpassung möglich war, mussten sie sich auf weitere Einschnitte einstellen.
Im Oktober 2010 wurde die geplante Kooperation der beiden Passauer Traditionsbrauereiender Innstadt und Hacklberg bekannt, die zum 1. Januar 2011 umgesetzt worden ist.[1] Die Biermarke Innstadt ist seither Bestandteil der Brauerei Hacklberg.[2] An den Eigentumsverhältnissen änderte dieser Schritt nichts: Die Innstadt Brauerei gehört nach wie vor zum Ottakringer-Konzern, der seit 2000 Hauptanteilseigner ist.
Veranstaltungen
Produktpalette
Alle Hacklberger Biere werden nach dem bayerischen Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516 gebraut, welches das Brauen nur unter der Verwendung von Hopfen, Malz, Hefe und Wasser gestattet. Die Brauerei wurde mehrfach DLG-prämiert.
Die Produktpalette der Brauerei Hacklberg umfasst momentan:
- 14 verschiedene Biersorten (darunter der Humorator Doppelbock)
- 25 Sorten alkoholfreie Getränke
- 4 Mineralwässer
- 12 Sorten Handelsware
Kontakt
Brauerei Hacklberg
Bräuhausplatz 3
94034 Passau
Telefon: 0851/50150
Fax: 0851/501550
Telefon (Bierbestellung): 0851/501515
Fax (Bierbestellung): 0851/501559
Internet: http://www.hacklberg.de
Einzelnachweise
- ↑ Artikel auf lokalnews.de: „Eine Kooperation, um zu überleben?“
- ↑ Artikel auf wochenblatt.de: „Hacklberger übernimmt die Marke Innstadt“
Literatur
- PNP: Brauerei Hacklberg: Standhalten in schwierigen Zeiten. In Passauer Neue Presse vom 21. November 2009
- Wolfgang Lampelsdorfer: „Zwei Marken, die sich gut ergänzen.“ In: Passauer Neue Presse vom 25. Januar 2012 (S. 19)

