Bischof von Passau
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Der Bischof von Passau ist der leitende Geistliche des Bistums Passau. Seit 2001 übt Wilhelm Schraml dieses Amt als 84. Bischof von Passau aus. Altbischof ist sein Amtsvorgänger Franz Xaver Eder.
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Allgemeines
Ein Bischof (von griech.: επισκοπος, episkopos = Vorsteher, Aufseher) ist Nachfolger der Apostel, damit ein kirchlicher Würdenträger und der leitende Geistliche in einem bestimmten kirchlichen Gebiet. Die Gesamtheit der Bischöfe wird als Episkopat bezeichnet.
Bischöfe werden vom Papst ernannt und im Anschluss von drei anderen Bischöfen geweiht. Die Übertragung des Bischofsamtes erfolgt durch Handauflegung. Insignien eines Bischofs sind Mitra, Stab, Bischofsring, und Brustkreuz. Der Bischof führt in der Regel ein Wappen mit einem Wahlspruch.
Das Bischofsamt ist zwar ein Amt auf Lebenszeit, aber mit Vollendung des 75. Lebensjahres sind alle Bischöfe gemäß Can. 401 §1 CIC angehalten, dem Papst den Amtsverzicht anzubieten.
Der Bischof ist Vorsteher einer Diözese und übt in ihr die volle Regierungsgewalt aus. Er hat er die oberste Lehr- und Rechtsvollmacht in seinem Bistum und ist allein dem Papst verantwortlich. Zur Verwaltung der Diözese stehen dem Bischof mehrere Beamte in der bischöflichen Kurie zur Seite, u.a. der Generalvikar, der Official sowie der Kanzler. Außerdem können den Bischof ein oder mehrere Weihbischöfe unterstützen, die meist jeweils einen Teil des Bistums unter Aufsicht des Diözesanbischofs betreuen.
Für weitere Informationen siehe: „Bischof“ – Eintrag in der Wikipedia
Zur Geschichte
- Nach einer uralten Tradition besucht der Bischof jedes Jahr am Nikolaustag die Klosterschulen (Freudenhain und Niedernburg).
Der erste Bischof
Vivilo († 19. Februar 745) war der erste Bischof von Passau (um 739 bis etwa 744/45). Er war vermutlich Angelsachse und wurde um 731 in Rom durch Papst Gregor zum Bischof geweiht
Die Weihe Vivilos geschah sicher auf Wunsch des bayerischen Herzogs Hucpert, der im Osten seines Herzogtums besonders mächtig war und in der kräftig heranwachsenden Kirche eine wirkungsvolle Stütze seines Herzogtums sah. Damit schritt Passau den anderen Diözesen voran, wenngleich in der Zeit des zweiten Viertels des achten Jahrhunderts überall im Herzogtum eine ganz außerordentliche Aufbruchsstimmung im religiösen Eifer der Menschen festzustellen ist.
Die Fürstbischöfe
Der Passauer Bischof war von 1217 bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 zugleich ein Fürstbischof und damit gleichbedeutend mit einem Reichsfürsten. Daher gehörten Sie auch im Reichstag dem Fürstenstand und gaben dort als solche ihre Stimme ab.
„Fürstbischof“ war ein (vom Kaiser des Heiligen Römischen Reiches verliehener) Titel für einen Bischof, der zusätzlich zu seiner Funktion als geistlicher Herr oder Oberhirte auch noch weltlicher Herr über ein bestimmtes Gebiet, das sogenannte „Hochstift“, war. Das gesamte Bistum eines solches Bischofs wurde „Fürstbistum“ genannt, selbst wenn dieses über die Grenzen des eigentlichen Hochstifts hinausreichte. Mit der Säkularisation von 1803 erloschen sowohl die Fürstbistümer und damit natürlich auch der Titel „Fürstbischof“.
Die Passauer Fürstbischöfe waren zu einem großen Teil Angehörige des bayerischen, österreichischen oder böhmischen Adels. Der erste Fürstbischof war Ulrich II. (34. Passauer Bischof, von 1215 bis 1221); der letzte war Leopold Leonhard Reichsgraf von Thun (73. Passauer Bischof von 1796 bis 1826).
Der Hauptsitz der Fürstbischöfe war die Alte Residenz in Passau (der Bau der Neuen Residenz erfolgte erst ab 1712). Darüber hinaus hatten sie aber noch weitere Schlösser, die im ganzen Hochstift verteilt waren – wie beispielsweise Schloss Hacklberg oder das Schloss Freudenhain.
Abgesehen von Passau gab bis zum Reichsdeputationshauptschluss und der damit einhergehenden Säkularisation im Jahre 1803 im Reich noch 21 weitere Fürstbischöfe. Es waren dies:
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Nach der Säkularisation
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Liste der Bischöfe und Fürstbischöfe
Bisher gab es 84 Bischöfe bzw. Fürstbischöfe von Passau, von denen fünf Kardinäle gewesen sind.
Siehe: Liste der Bischöfe und Fürstbischöfe
Literatur
- Martin Reitmeier: Schon gehört, dass der Passauer Bischof Wilhelm Schraml...? In: Passauer Woche vom 5. Dezember 2007 (S. 4)
Weiterführende Publikationen
- Anton Landersdorfer: Passaus Bischöfe in der Zeit Papst Innozenz’ III. In: Ostbairische Grenzmarken XL, Passau 1998 (S. 35-48)
- Thomas Frenz: Wie wird man Bischof von Passau? Urkundentechnische und rechtliche Fragen vom 8. bis zum 19./20. Jahrhundert. Passau 2000
- Franz-Reiner Erkens: Faktoren episkopaler Dignität. In: Passauer Jahrbuch XLIX, Passau 2007 (S. 11-28)
- Rainald Becker: Europäische Karrieren zwischen Kaiser und Papst. Passauer Bischöfe im 15. Jahrhundert. In: Passauer Jahrbuch XLIX, Passau 2007 (S. 29-45)
