Anton Fuchs

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Anton Fuchs (vorne sitzend) beim Musizieren mit dem von ihm gebauten ersten chromatischen Bandeneon. (Foto: Steckbauer)

Anton Fuchs (* 1895 in Sölden bei Rinchnach; † 2. Februar 1970 in Regen) war ein Musik-Pionier aus dem Bayerischen Wald. Er war Volksmusiker, spielte eine Vielzahl von Musikinstrumenten und erfand das chromatische Bandeneon.

Leben und Wirken

Als Anton Fuchs heranwuchs, war der Erwerb eines Musikinstrumentes etwa genauso, wie wenn man heute eine edle Kostbarkeit kaufen würde. Deshalb war sein Musizieren zunächst beschränkt auf die ihm geliehenen Instrumente und ein Spielen nur nach dem Gehör möglich. Das änderte sich, als ihm sein Onkel eine diatonische Harmonika schenkte. Das Musizieren nach dem Gehör befriedigte Anton Fuchs nicht mehr. Deshalb ging er als 14-Jähriger in die Lehre bei dem weitum bekannten Musiklehrer Schillinger in Zwiesel. Die dort erworbenen Kenntnisse der Noten- und Harmonielehre ermöglichten es Fuchs, die Musik später zu seinem Beruf zu machen.

Vervollkommnet wurden seine bis dahin erreichten Kenntnisse noch bei der Militärmusik in Regensburg in den Jahren 1916 bis 1918. Anton Fuchs bildete sich unermüdlich selbst weiter und spielte bald alle ihm zugänglichen Instrumente mit Ausnahme des Klaviers. Seine besondere Neigung galt der Volksmusik nach Art des 1893 in Wien verstorbenen Johann Schrammel.

Das chromatische Bandeneon

Anton Fuchs interessierte sich stark für das aus der deutschen Konzertina um 1840 von Heinrich Band entwickelte Bandoneon. Denn die Besetzung der „Schrammelkapelle“ mit Bandoneon, Geige und Zither war damals sehr gefragt. Fuchs fand bald heraus, dass auf dem diatonischen Bandoneon nur relativ wenige Musikstücke spielbar waren. Es fehlten ihm die vielen Halbtöne, wie sie die heutigen chromatischen Harmonikas haben. Fuchs unternahm erstmals im Jahr 1925 den Versuch, selbst ein Bandoneon mit chromatischer Stimmung zu bauen. Mit großem Erfolg: Das Instrument hatte einen hervorragenden Klang.

Mühsame Laubsägearbeit war notwendig zum Fertigen der Stimmkästen mit den Ton- und Luftlöchern und zum Aussägen der Löcher für die Tasten. Den Balg machte Fuchs aus Ziegenleder. Die bis dahin in den Harmonikas verwendeten Messingzungen ersetze er durch selbstgefertigten Stahlzungen. Eine künstlerische Kleinarbeit mit Lötlampe und Salzsäure war das Auflöten der Bleikörperchen zur Tonabstufung der einzelnen Stimmen. Sogar die Lederzungen für die Luftzüge in den Stimmstöcken machte Fuchs selbst. Erst viel später kam auch die Industrie darauf, das Bandoneon stimmlich so auszurüsten. Die Vermutung ist durchaus berechtigt, dass eines der von Fuchs gefertigten Instrumente der Industrie dazu den Anlass gegeben haben könnte.

Anfang der 1980er Jahre hat der Zwieseler Volksmusikant Hans Ruder − er hatte das erste chromatische Bandoneon von Fuchs erworben − das Instrument dem Waldmuseum Zwiesel vermacht, wo es in der Musikinstrumenten-Ausstellung zu besichtigen ist.

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