Altötting
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| Altötting
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| Basisdaten
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| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern |
| Landkreis: | Altötting |
| Höhe: | 403 m |
| Fläche: | 23,38 km² |
| Einwohner: | 12.613 (30. Juni 2011) |
| Postleitzahl: | 84503 |
| Vorwahl: | 08671 |
| Kfz-Kennzeichen: | AÖ |
| Website: | www.altoetting.de |
| Erster Bürgermeister: | Herbert Hofauer (FW) |
Altötting ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern. Die Stadt wird auch als „Das Herz von Bayern“ bezeichnet. Überregional bekannt ist Altötting als Wallfahrtsort.
Lage
Altötting liegt im oberbayerischen Alpenvorland, zwischen München, Passau, Salzburg und unweit des Chiemsees. Die Stadt hat sich am Mörnbach auf einer ausgedehnten Hochschotterterrasse gebildet. Diese wurde durch die Abflüsse des Inngletschers in über Jahrtausende hinweg aufgeschichtet. Drei Kilometer gegen Norden entfernt ist der Fluss Inn und zwei Kilometer südlich zieht in gleicher Richtung mit dem Strom ein gewaltiger Moränenschuttwall, die Kastler Höhen. Seit der Eingemeindung der Gemeinde Raitenhart am 1. Januar 1972 in die Stadt Altötting liegt auch ein Stück des Inn mit ca. drei Kilometern Länge im Bereich der Stadt Altötting.
Ortsteile
Für die Stadt Altötting sind 40 amtlich benannte Gemeindeteile ausgewiesen: Aicher, Aigner, Altötting, Auffang, Baumanngütl, Beck, Berrgütl, Brandmaiergütl, Dürschl, Feldhütter, Geisberg, Giglhub, Graming, Harrer a.Holz, Hilger, Holzaich, Klausen, Kraft, Kronzagl, Lehner, Loder, Loha, Marienfeld, Oberholzhausen, Oberschlottham, Pichl, Rechlgütl, Schmalgütl, Schmidhub, Schmied i.Lindach, Schneideraich, Schneiderwimm, Schneidlehen, Seidlgütl, Stadel, Staudham, Unterholzhausen, Unterschlottham, Wallner a.d.Osterwies und Wasserwimm.
Geschichte
Kelten, Römer, Bajuwaren
Anfänge einer Siedlung lassen sich durch Funde in die Zeit der Urnenfelderkultur (ca. 1250 bis 750 v. Chr.) einordnen, wobei für die Anlage der Siedlung das umliegende Weidegebiet, die fischreichen Gewässer und der angrenzende Wald mit seinen Jagdmöglichkeiten die wichtigsten Voraussetzungen bildeten. Die Grabfunde der Urnenfelderzeit im Norden der Stadt und die bajuwarischen Reihengräber im Süden begrenzen einen Platz, der sich im Laufe eines Jahrtausends weniger durch seine Siedlungskontinuität als vielmehr durch seine Bedeutung als möglicher Kultort auszeichnet. Die fast quadratische Form des alten Kapellplatzes mit seiner hölzernen Umfriedung und die in der Mitte stehende Linde verweisen entweder auf eine Keltenschanze mit Kultbedeutung oder auf einen altgermanischen Dingplatz als Versammlungsort und Gerichtsstätte.Neben dieser Kultgewichtigkeit wuchs aber auch die wirtschaftliche Bedeutung mit dem Ausbau der Salzausfuhr aus Hallein und Reichenhall in der Keltenzeit und der Anlage eines Kunststraßennetzes durch die Römer. Die Nähe zum alten Innübergang bei Ehring-Töging und zum dortigen Kreuzungspunkt der Verbindungsstraßen Juvavum (Salzburg) - Castra Regina (Regensburg) und Augusta Vindelicum (Augsburg) Ovilava (Wels) bzw. Batavis (Passau) rückte den alten Kultort mit seiner bescheidenen Siedlung auch mehr und mehr in das Blickfeld strategisch-militärischer Überlegungen. Diese Entwicklung, verbunden mit der geographischen Lage genau in der Mitte des sich ausbildenden agilolfingischen Herzogtums in Altbayern, führte zur ersten urkundlichen Erwähnung von Ötting als »villa publica« im Jahre 748 mit der Bezeichnung »Autingas«.
Mittelalter
Im frühen Mittelalter erscheint Autingas als Bezeichnung für die heutige Stadt. Erst seit der Gründung Neuöttings (wohl im Jahr 1224), verwendet man die Bezeichnung Altötting. Bereits 748 war der Ort eine Pfalz der Agilolfinger Herzöge von Bayern. Vierzig Jahre später wurde Altötting karolingische Königspfalz. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch der älteste Bau der heutigen Wallfahrtskirche.
In den Jahren 876/877 stiftete König Karlmann ein Kloster in Altötting, in dem er auch begraben wurde. 907 wurde Ötting von den Ungarn verwüstet. 1288 begann der Wiederaufbau des zerstörten Chorherrenstifts. Im 13. Jahrhundert folgte dann die Gliederung zwischen Alt- und Neuötting, als sich Neuötting als Handelsplatz am Inn etabliert.
Die Pest im Landkreis Altötting
Im Landkreis wütete die Seuche besonders während und kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648).Gegenwärtig ist die Seuche auch heute noch im Landkreis: Gräber, Pestkreuze, Sagen und Versprechen sind vom großen Sterben übrig geblieben, das ganz Europa und auch den Landkreis für Jahrhunderte in Atem hielt. Im ganzen Landkreis finden sich Pestfriedhöfe: in Perach, Endlkirchen, Stammham oder Tyrlaching etwa. Natürlich auch in den Städten. Die Altöttinger begruben ihre Toten abseits der heutigen Strecke nach Kastl, in der Nähe der Radwegunterführung.
Entstehung der Wallfahrt
1489 begann die Geschichte der Wallfahrt Altötting, nachdem Berichte über zwei Heilungen durch ein Marienbild („Die Schwarze Madonna“) verbreitet wurden. Die Entwicklung des Ortes zu einem bedeutenden Wallfahrtsort war rasant. Somit entstand um 1500 die gotische Stiftskirche. 1845 wurde aus dem Ort Altötting ein Markt, und 1898 wurde Altötting zur Stadt. Das Herz Bayerns wird Altötting wegen seiner weit über tausendjährigen Geschichte genannt. Dies zu einem wegen seiner langen Geschichte mitten im Herzen des alten bayerischen Stammesherzogtums und zum anderen, da es als ein Zentrum des Glaubens und der Volkesfrömmigkeit gilt.
Früher gab es auch Bauernwallfahrten nach Altötting. Es wurde um Segen für die Tiere gebetet, um für sie Schutz vor Seuchen oder Krankheiten zu erlangen.
Die Gnadenkapelle
Die Altöttinger Gnadenkapelle mit dem altverehrten Gnadenbild der Schwarzen Muttergottes gehört zu den meistbesuchten Wallfahrtsstätten Deutschlands und Europas. Im Innern der Gnadenkapelle werden die Herzen bayerischer Herrscher verwahrt.
Verleihung des Wappens
Mit Urkunde vom 29. August 1845 verlieh König Ludwig I. von Bayern dem Wallfahrtsort das Wappen. Es zeigt weitgehend originalgetreu das aus dem 14. Jahrhundert stammende Gnadenbild in der Heiligen Kapelle. Die im Lauf der Zeit vom Kerzenrauch geschwärzte Marienfigur ist mit Prunkgewändern bekleidet. Sie wird als "Schwarze Madonna" verehrt. Die berühmte Wallfahrt prägte die Entwicklung der Gemeinde seit dem 15. Jahrhundert und ist der Inbegriff einer noch heute sehr lebendigen, viel besuchten Marienwallfahrt in Bayern. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1811, 1835) wurde irrigerweise das Wappenbild der durch die Säkularisation 1803 aufgehobenen Stiftspropstei Altötting, das sich auch auf der jährlich aufgesteckten Dultfahne befand, der Gemeinde zugeschrieben. Erst anlässlich der Erhebung des Dorfes Altötting zum Markt im Jahr 1845 bat die Gemeinde um Verleihung dieses Hoheitszeichens. Seit 1898 ist Altötting Stadt.
Zum Wallfahrtsjahr 2010 hat die bischöfliche Administration eine neue Wallfahrtsmedaille in Silber und Bronze herstellen lassen. Dabei kam es zu einer 10 000-fachen Fehlprägung: Statt "Altötting" prangt "Altöttingen" auf der Medaille - die somit nur noch für Sammler von Fehlprägungen einen Wert hat. Orientiert ist die Neuauflage am traditionellen Vorbild früherer Zeiten. Geziert wird sie auf der Vorderseite von der Goldenen Rose, die Papst Benedikt XVI. dem Gnadenort verliehen hat. Um diese herum steht das Leitwort "Orientierung und Heimat in der Kirche" geschrieben. Auf dem Revers prangt das Logo der hl. Kapelle. Die Medaille soll jedes Jahr neu aufgelegt werden.
Altötting um 1899
Eine dreiteilige Ansichtskarte zeigt, wie sie sich die Stadt Altötting im Jahr 1899 präsentierte. Erkennbar ist darauf die damalige Ausdehnung der Kommune, die erst kurze Zeit vorher, nämlich am 18. Dezember 1898 vom Prinzregenten Luitpold vom Markt zur Stadt erhoben worden war. Erkennbar ist auch die integrierte Lokalbahn, die seit 1897 den Zugang zur „weiten Welt“ ermöglichte und der Altöttinger Wallfahrt einen kräftigen Impuls gab. Im linken Teil der Panorama-Ansicht sind die Friedhofskirche St. Michael, die Brauerei Hell und das 1889 gegründete Franziskushaus mit der 1894 errichteten Kirche zu erkennen. Im Hintergrund links grüßt die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus von Neuötting herüber. In der Zeit von 1906 bis 1930 waren die beiden Städte durch eine nicht alltägliche Dampfstraßenbahn miteinander verbunden.
Der Einfall der Kommunisten
Am 21. Februar 1919 wurde in München mit der Ermordung des ersten Ministerpräsidenten des bayerischen Freistaats, Kurt Eisner, die Räterepublik ausgerufen und die "rote" Revolution schwappte anschließend aufs Land hinaus. Im folgenden Monat hielt der Kommunismus auch im Landkreis Altötting Einzug. Mitte April kamen die ersten 20 bewaffneten Rotgardisten in Altötting an, stellten ein Maschinengewehr vor dem Rathaus auf und zensierten die Lokalzeitung - Altötting ist rot.
Altötting um 1933
Am 5. März 1933 erreichte Hitler bei den letzten freien Wahlen der Weimarer Republik die Mehrheit. Die Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 2013 führte dazu, dass knapp einen Monat später fast die Hälfte der Wähler für den Nationalsozialismus stimmte. Rund um Altötting hatte die ländliche Bevölkerung nur wenig für den Extremismus übrig, unabhängig davon ob Rechts- oder Linksextremismus.
Die konservative Bayerische Volkspartei (BVP) hatte in der Region die politische Stimmungslage inne, jedoch konnten weder sie, noch Zeitungen die Nationalsozialisten aufhalten. Die NSDAP gelangte nur auf den zweiten Platz im Landkreis, jedoch verdrängte sie in neun Orten die BVP von Platz 1.
In Burghausen wurde von den Marxisten eine Entwaffnung der Polizei und deren Ersatz durch eine Hilfspolizei gefordert. Wenige Tage nach der Wahl erschien das Mühldorfer Tagesblatt lückenhaft, denn durch die Nazis wurde eine Zensur der Zeitungsinhalte veranlasst. Der Altöttinger Liebfrauenbote wurde für mehrere Wochen komplett unterbunden.
Innerhalb des Landkreises entstanden Ortsgruppen der NSDAP, Nationalsozialistische Frauenschaften und Abteilungen des Bund Deutscher Mädel.
Burghausen offerierte Hitler Anfang April die Ehrenbürgerschaft.
Der Widerstand
Jedoch machten sich schon am 24. April 63 Mann aus Passau auf dem Weg, um gegen die Revolution zu kämpfen. Einer von ihnen, Emil Groß, erinnert sich später in einer Niederschrift: „Späher schwärmten aus und erkundeten (...) den Stand der Roten Garden in Alt- und Neuötting. Einer dieser Späher (...) ist der ortskundige Pfarrer Johann Huber aus Alzgern“. Der kundschafte mit einem kleinen Boot die Lage aus. Nichts rührt sich, also rücken die „Weißen Garden“ über die Innbrücke nach Neuötting und weiter nach Altötting vor. Wie die Lokalzeitung - inzwischen wieder unzensiert - meldet, haben „die am vergangenen Freitag nachts aus München eingetroffenen Mitglieder der Roten Armee (...) noch am selben Abend unsere Stadt verlassen. Am 26. April (...) zog die Weiße Garde in wohlgeordneter Marschkolonne von Neuötting kommend, hier ein.“ Zwei Tage später spitzt sich die Lage allerdings zu. Gerüchte melden starke Rot-Verbände, die auf die Wallfahrtsstadt zumarschieren. Die Passauer Weißgardisten ziehen sich nach Neuötting und über die Marienbrücke zurück. Der Inn soll Schutz bieten gegen die kommunistischen Kämpfer. Zusätzlich versperren die Weißgardisten die Brücke mit einem Wagen und stellen zwei Maschinengewehre auf. Was dann passiert, schildert erneut Emil Groß: „Um 9 Uhr knatterten die roten Maschinengewehre zu uns herüber. Wir erwiderten das Feuer von der Flanke, um den Feind zu täuschen. Ich war bei dem schweren Maschinengewehr an der Rampe, unserem höchstgelegenen Stützpunkt, als eine Rot-Kreuz-Flagge mit zwei Männern und einer Rot-Kreuz-Schwester sichtbar wurde.“ Statt zu verhandeln, nehmen die Weißgardisten die roten Parlamentäre fest. Erst als die Kommunisten ihrerseits Altöttinger Bürger als Geiseln nehmen, werden die Unterhändler freigelassen - allerdings mit der Auflage, dass die Roten bis Mittag aufgeben müssen. Als dann auch noch Verstärkung für die Weißen Garden eintrifft, vereinbaren diese für 12 Uhr Mittag den Sturm auf Altötting. Nur der Rückzug der Rotgardisten verhindert das Gefecht. Von der kurzen Schlacht am Inn berichtet wiederum die Lokalzeitung: „Die Rotgardisten hatten einen Toten, den sie in den Inn warfen, sowie mehrere Verletzte. Auch erhielt eine um Milch gehende Frau eine Schussverletzung. Weitere Menschenleben kamen zum Glück nicht zu Schaden, obwohl sich neugierige Zivilpersonen mit einer unglaublichen Leichtfertigkeit in der Gefahrenzone herumtrieben.“
Nicht nur in Altötting kehrt in den Wochen nach dem Gefecht am Inn wieder Ruhe ein - auch im Rest Bayerns geht die Revolution zu Ende. Am 2. Mai erobern Freikorps auf blutige Weise München; im Rosenheimer Raum halten sich die Kommunisten einen Tag länger. Für Altötting markiert der 31. Mai 1919 den Gang zurück zur relativen Normalität: An diesem Tag wird das Gnadenbild, das Stadtpfarrer Franz Xaver Konrad vorher nach Passau in Sicherheit getragen hatte, zurückgebracht.
Am 24. April 1945 erreichte ein Flüchtlingstreck mit Donauschwaben Altötting.
Die Altöttinger Bürgermorde
Am 28. April 1945 wurden in Altötting mehrere Menschen von SS-Schergen hingerichtet. Sie hatten versucht in den letzten Kriegstagen ihre Heimat vor der Zerstörung durch die Alliierten zu schützen, indem sie sich der Freiheitsaktion Bayern anschlossen und NSDAP Größen in ihrer Stadt verhafteten. Diese wurden jedoch wieder befreit und die Männer getötet. Am 28. April 1945 starben so fünf Männer, ein sechster erlag seinen Verletzungen am 30. April. Drei Tage später folgte noch ein Opfer, geschuldet der Willkür der Verantwortlichen des zu Ende gehenden Nazi-Regimes.
In Altötting wurde eine Rastkapelle zu Ehren von Adalbert Vogl, Josef Kehrer, Adam Wehnert, Hans Riehl, Josef Bruckmayer, Max Storfinger und Martin Seidel erichtet. Außerdem sind sieben Straßen im Stadtgebiet nach den Männern benannt.
Papstbesuche
Als bedeutender Wallfahrtsort wurde Altötting von den Päpsten Pius VI. 1782 und Johannes Paul II. 1980 besucht. Der im 11 km entfernten Marktl geborene Papst Benedikt XVI. stattete Altötting am 11. September 2006 einen Pastoralbesuch ab.
Politik
Bürgermeister
- 1. Bürgermeister ist Herbert Hofauer (FW). Bei der Kommunalwahl 2008 erreichte er 89,34 % der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,44 %.
- 2. Bürgermeister ist Wolfgang Sellner (CSU).
- 3. Bürgermeister ist Konrad Heuwieser (Freie Wähler).
Stadtrat
Der Stadtrat hat 24 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister). Die Mandate verteilen sich wie folgt:
- CSU: 12 Sitze
- Freie Wähler: 9 Sitze (+ 1. Bürgermeister)
- SPD: 2 Sitze
- Republikaner: 1 Sitz
Auszeichnung
Einmal jährlich wird die Plakette "Traditionsbetrieb im Landkreis Altötting" verliehen.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt Altötting zu vergeben hat. Ihre Verleihung erfolgt auf Beschluss des Stadtrates an Persönlichkeiten, die sich durch herausragenden Einsatz für das Gemeinwohl verdient gemacht haben und in einem besonderen, nachhaltigen Bezug zu Altötting stehen.
Die aktuellen Ehrenbürger der Stadt sind:
- Max Absmeier
- Seban Dönhuber
- Franz Xaver Eder
- Papst Benedikt XVI. (Joseph Alois Ratzinger) (* 1927) seit 2005 Oberhaupt der katholischen Kirche, zeigte zeitlebens eine enge Verbundenheit mit dem Marienheiligtum in Altötting. Geboren in Marktl am Inn wirkte er nach der Priesterweihe 1951 zunächst vor allem als Theologe (Professuren in Freising, Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg) und nahm in dieser Funktion am zweiten vatikanischen Konzil teil. 1977 wurde er zum Erzbischof von München und Freising ernannt und erhielt die Kardinalswürde. 1981 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Präfekten der katholischen Glaubenskongregation in Rom. 2005 wählte ihn das Konklave zum 265. Nachfolger des Hl. Petrus. Als erster Deutscher auf dem Stuhl Petri seit fast 500 Jahren versteht sich Benedikt XVI. seinem Bischofmotto entsprechend als „Mitarbeiter der Wahrheit“. Theologische Brillanz und Führungsstärke gründen in einer tiefen Gläubigkeit die ihre Wurzeln in der bayerischen Kindheit des Papstes hat. Schon als Kind besuchte Joseph Ratzinger häufig das Altöttinger Gnadenbild. Auch als Priester, Bischof, Kardinal schöpfte er aus der spirituellen Ausstrahlung des Marienheiligtums Kraft für seine Aufgaben. In Anerkennung seiner vielfach bewiesener, inniger Verbundenheit mit der Kreis- und Wallfahrtsstadt Altötting wurde ihm am 2006 die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen.
- Richard Antwerpen
- Gerold Tandler
Söhne und Töchter der Stadt
- Ludwig das Kind (893-911), ostfränkischer König
- Wolfgang Kolberger (um 1445-1519), Kanzler des Herzogtums Niederbayern-Landshut
- Siegmund von Pranckh (1821-88), bayerischer General und Kriegsminister
- Weiß Ferdl (1883-1949), bayerischer Volkssänger und -schauspieler
- Paul Augustin Mayer (1911-2010), emeritierter Kurienkardinal
- Hannes Mayer (1922-2001), Forstwissenschaftler
- Herbert Riehl-Heyse (1940-2003), deutscher Journalist und Autor
- Christa Stewens (* 1945), deutsche Politikerin, bayerische Ministerin
- Johannes K. Soyener (* 1945), Schriftsteller
- Andreas Altmann (Reiseautor) (* 1949), Autor und Journalist
- Jochen Kröhne (* 1956), Fernsehmoderator und -Programmdirektor
- Noe Noack (* 1963), Radiomoderator
- Hans-Christian Schmid (1965), deutscher Filmregisseur und Drehbuchautor
- Andreas Hykade (* 1968), Trickfilmregisseur
- Wolfgang Nadvornik (* 1970), Fernsehmoderator
- Marisa Burger (* 1973), Schauspielerin
- Markus Baumeister (* 1975), Schauspieler
- Christoph Ullmann (* 1983), deutscher Eishockeyspieler
- Ludwig Ruppertsberger, Soldat im zweiten Weltkrieg
Bedeutende Persönlichkeiten mit Bezug zu Altötting
- Tassilo III. (um 740-797), Herzog von Bayern.
- Karlmann, Urenkel von Karl dem Großen, von 876 bis 880 ostfränkischer König und von 877 bis 879 König von Italien, bestattet in der Stiftspfarrkirche.
- Maximilian I. (1573-1651), Herzog von Bayern und Kurfürst. Sein Blutweihebrief an die Muttergottes von Altötting wird in der Gnadenkapelle aufbewahrt.
- Johann t’Serclaes von Tilly, Heerführer der Katholischen Liga und einer der namhaftesten Feldherrn des Dreißigjährigen Kriegs, bestattet in der Stiftspfarrkirche.
- Max Keller (1770-1855) war langjähriger Organist in Altötting. 2006 wurde die Berufsfachschule für Musik in Max-Keller-Schule - Berufsfachschule für Musik Altötting umbenannt.
- Konrad von Parzham, Heiliger der römisch-katholischen Kirche
- Johann Brandmeier, ehemaliger Leiter des Landwirtschaftsamtes und der Landwirtschaftsschule in Altötting.
- Sr. Edmunda Fraunhofer, ehemalige Oberin in Burghausen. Trägerin der Verdienstmedaillie der Stadt Landau an der Isar.
- Sr. Pascalina Lehnert, Haushälterin Papst Pius XII.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
- Kapellplatz (achteckige Anlage von Enrico Zuccalli): Das Zentrum der Stadt und der Wallfahrt ist kein üblicher Markt- und Handelsplatz, sondern steht für die Schöpfung des Barock und der Wallfahrt. Am Kapellplatz von Altötting münden, einem bayerischen Sprichwort zufolge, alle Wege an diesem Ort und ließen somit Altötting zum "religiösen Herzen Bayerns" werden.
- Gnadenkapelle, im Kern von ca. 700, mit Gnadenaltar von 1670 und einem Umgang mit über 2.000 Votivbildern. Bestattungsort von Herzen bayerischer Herrscher.
- Schrempf-Kapelle, geweiht am 16. November 1834.
- Basilika St. Anna: Mit dem Aufschwung der Wallfahrt entstand 1910 bis 1912 diese Kirche nach den Plänen des Münchener Architekten Johann Baptist Schott. Mit einer Länge von 83 Meter, 27,5 Meter Breite und 24 Meter Höhe ist sie die größte Kirche, die im 20. Jahrhundert in Deutschland gebaut wurde. Das Gotteshaus fasst 8.000 Menschen. Besonders beeindruckend ist die Ausstattung der Basilika mit 12 Seitenaltären und einem mächtigen Hochaltar.
- Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob, gotische Hallenkirche, erbaut 1499-1511 mit fünf Bronzeglocken in den zwei Türmen (a° - cis' - e' - fis' - a')
- St. Magdalena-Kirche (barocke Wallfahrtskirche, 1697-1700)
- Kongregationssaal der Marianischen Männerkongregation
- Stiftspropstei (13. Jahrhundert, 1683 barockisiert, heute Berufsfachschule für Musik)
- Alter Chorherrenstock
- Neuer Chorherrenstock (von Zuccalli)
- Stiftsdekanei (heute Pfarrhof und Wallfahrtsmuseum)
- Hotel zur Post (von Zuccalli)
- Marienbrunnen (von Santino Solari 1635-1637, Stiftung des Erzbischofs Paris Lodron)
Museen
- Wallfahrts- und Heimatmuseum am Kapellplatz
- Schatzkammer und Goldenes Rössl
- Bruder-Konrad-Museum über Leben und Wirken des Hl. Konrad von Parzham
- Altöttinger Stadtgalerie mit Wechselausstellungen bildender Kunst
- Mechanische Weihnachtskrippe von 1926-1928 mit 130 Figuren
- Dioramenschau Altötting zur Geschichte Altöttings mit über 5.000 Figuren
- Jerusalem-Panorama Kreuzigung Christi von 1902-1903, Panorama von Gebhard Fugel in einem eigens erbauten Panoramagebäude, das einzige im Original erhaltene Panorama (Leinwandfläche ca. 1200 m²) mit religiöser Thematik in Europa.
Bildung und Erziehung
Medienzentrum
- Das 1934 gegründete Medienzentrum Altötting versorgt Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen mit geeigneten Medien.
Schulen
- König-Karlmann-Gymnasium Altötting
- Gymnasium der Maria-Ward-Schulstiftung
- Herzog-Ludwig-Realschule
- Realschule der Maria-Ward-Schulstiftung
- Josef-Guggenmos-Schule (Grundschule)
- Weiß-Ferdl-Schule (Hauptschule)
- Heimvolksschule Franziskushaus Altötting (Grund- und Hauptschule)
- Konrad-von-Parzham-Schule (Privates Förderzentrum)
- Berufsfachschule für Ergotherapie Altötting der Berufl. Fortbildungszentren der Bayer. Wirtschaft
- Berufsfachschule für Krankenpflege im Bildungszentrum Gesundheit und Pflege der Kreisklinik Altötting
- Berufsfachschule für Kinderkrankenpflege im Bildungszentrum Gesundheit und Pflege der Kreisklinik Altötting
- Max-Keller-Schule Berufsfachschule für Musik
- Staatliche Berufsschule Altötting
- Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule Altötting
Kindertagesstätten
- Evang. Kindergarten Regenbogen
- Integrativer Kindergarten St. Franziskus
- Kindergarten Maria Ward
- Kindergarten St. Josef
- Kinderkrippe Alt-Neuoetting
- Ortsübergreifender Hort
- Schülerhort Altötting
Bücherei
- Stadtbücherei
Vereine und Organisationen
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Städtepartnerschaften
In der Zusammenarbeit „Shrines of Europe“ ist Altötting seit 1996 mit fünf anderen Marienwallfahrtsorten verbunden. Diese sind:
- Fátima (Portugal)
- Loreto (Italien)
- Lourdes (Frankreich)
- Mariazell (Österreich)
- Tschenstochau (polnisch Częstochowa) (Polen)
Verkehrserschließung
Eisenbahn
Altötting liegt an der Bahnstrecke der SüdostBayernBahn Bahnstrecke München–Mühldorf–Burghausen mit Anschluss nach Rosenheim, Traunstein, Freilassing, Passau, Landshut.
Die Dampfstraßenbahn Altötting-Neuötting verkehrte bis 1939 zwischen Neuötting und Altötting und war einst eine Weltsensation.
Straßenverbindungen
Altötting ist in folgendes Straßennetz eingebunden:
- Bundesautobahn A 94: München–Passau, Bundesstraße B 12 Ausfahrt Altötting
- Bundesautobahn A 8 München-Salzburg, Ausfahrt Grabenstätt
- Bundesstraße 12: München-Passau
- Bundesstraße 299: Altenmarkt–Landshut
- Staatsstraße 2107: Altötting–Burgkirchen
- Staatsstraße 2607: Altötting–Wegscheid (Einmündung in St 2108)
- Staatsstraße 2108: Neuötting–Emmerting–Burghausen
- Kreisstraße 10: Altötting–Hirten–Halsbach
- Kreisstraße 12: Altötting–Tüßling–Polling-Mühldorf.
Flugplatz
Im Ortsteil Osterwies hat Altötting einen kleinen Sportflughafen.
Soziale Einrichtungen
- In Altötting trifft sich regelmäßig die Selbsthilfegruppe Leere Wiege, um Eltern beim Umgang mit dem Verlust ihrer Neugeborenen zu helfen.
- Die Toys Company hilft Langzeitarbeitlosen sich wieder in den beruflichen Alltag einzugliedern.
Kultur+Kongress Forum
- Siehe Hauptartikel: Kultur+Kongress Forum Altötting
Tourismus
Altötting und Umgebung profitieren vor allem vom Pilgertourismus. Die Übernachtungszahlen gingen von 113.000 im Jahr 2007 auf 110.000 im Jahr 2008 zurück (− 2,6 Prozent). Die meisten Gäste sind aber Tagesbesucher. Das Wallfahrts- und Tourismusbüro rechnet mit einem Wert von insgesamt einer Million Touristen pro Jahr.
Brauereien
Die Brauerei Graminger Weißbräu aus Altötting stellt den Graminger Berggeist her - ein Weizenbier, um dessen Namen sich 2010 ein absurder Streit zwischen der Brauerei und dem Landratsamt entspann.
Veranstaltungen
Literatur
- rz: Alte Altöttinger Ansicht - dreigeteilt und einmailg. In: Passauer Neue Presse vom 18. April 2009 (S. 25)
- Christoph Kleiner: Als „Rote“ und „Weiße“ um die Schwarze Madonna kämpften. In: Passauer Neue Presse vom 25.April 2009 (S. 20)
- Stephan Hölzlwimmer: "Ein Stück Orientierung für unterwegs". In: Passauer Neue Presse vom 24. April 2010 (S. 22)
- Stephan Hölzwimmer: Die Altöttinger Bürgermorde - unvergessen seit 66 Jahren In: Burghauser Anzeiger vom 28. April 2011 (S. 24)
- Christoph Kleiner: Als sich die Demokratie selbst zu Grabe trug In: Passauer Neue Presse vom 5. März 2013 (S. 21)
Altötting – Burghausen – Burgkirchen an der Alz – Emmerting – Erlbach – Feichten an der Alz – Garching an der Alz – Haiming – Halsbach – Kastl – Kirchweidach – Marktl – Mehring – Neuötting – Perach – Pleiskirchen – Reischach – Stammham – Teising – Töging am Inn – Tüßling – Tyrlaching – Unterneukirchen – Winhöring



